Amtliches Publikationsorgan der Gemeinde Zollikon

Donnerstag, 11. September 2014

Aufgeräumte Stimmung im Zolliker Jugendtreff

Bevor das „Jugi“ am letzten Mittwoch die Tore für die Jugendlichen unter neuer Regie wieder öffnete, ist auch im Hintergrund alles auf Vordermann gebracht worden. Nachdem im Mai noch unklar war, wer die Verantwortung als neuer Präsident der Vereins Jugend und Freizeit übernehmen würde, fand der Stabswechsel an der ausserordentlichen Generalversammlung vor einer Woche in einer allgemein heiteren Aufbruchstimmung statt.

 

Die beiden neuen Sozialarbeiter Edona Bobi und Tobias Kramer haben sich ins Zeug gelegt: Das Jugi erstrahlt nun in neuem Glanz. Einige Wände sind frisch gestrichen, schwarze Sofas und Hocker an niedrigen Couchtischen laden zum gemütlichen Zusammensitzen ein, der alte «Töggelikasten» und der Pingpongtisch locken zum Spiel. An der Eckbar gibt’s kühle Getränke. Hier lässt es sich gut verweilen. Es ist ein schöner Raum.  Nachdem die beiden früheren Jugileiter die Stelle auf eigenen Wunsch verlassen haben, schätzt sich der Verein glücklich, mit den beiden jungen Zollikern eine engagierte neue Leitung gefunden zu haben.
Für die ausserordentliche Generalversammlung stehen Stühle und Tische im Hufeisen bereit und alle sind sie pünktlich. Mit dem scheidenden Präsidenten Heinz Eberle-Fröhlich, dem bald zu wählenden Präsidenten Joachim Maier, die im Vorstand Einsitz nehmenden Vertretern der Kirchen und der Schulen, dazu einem der beiden Revisoren und anderen Mitgliedern, der Vertretung der Pfadi, des Chramschopfs und des Frauenvereins eribt sich eine stattliche Anzahl von 20 Personen.

Die Begegnungen sind freundlich. Die Gesichter fröhlich. Die Wahlen entspannt. «Seid ihr einverstanden», fragt Noch-Präsident Heinz Eberle, «dass ich die Wahlen kurz halte und jeweils bloss nach Gegenstimmen und Enthaltungen frage?» Allgemeines Nicken. Die Wahlen sind bloss noch Formsache. Alle Fragen sind bereits bilateral im Vorfeld geklärt worden.

 

Nachbarschaftliche Nähe

Der frischgewählte Präsident Joachim Maier freut sich auf sein Amt. Als  direkter Nachbar und Vater zweier Kinder von vier und sechs Jahren, will er mithelfen, dass der Jugendtreff Hinterdorf noch vielen Generationen von Jugendlichen eine Heimat bietet. Und es sind dies nicht  bloss Worte.

Bereits vor seiner Wahl hat der Organisationsentwickler und Spezialist für Videoanalysen sich engagiert: Er war dabei im Jugi Sommerlager im Veneto  und hat gemeinsam mit den beiden Sozialarbeitern das Chilbi-Filmprojekt lanciert, in dem die Jugendlichen zwischen den Ständen und Chilbibahnen zu ihren Bedürfnissen und Wünschen für das neue Jugi befragt worden sind.

«Noch will ich keine grosse Rede halten», sagt er, «dazu ist es noch zu früh. Zuerst möchte ich die Bedürfnisse der Jugendlichen aufnehmen. Doch in einem Jahr berichte ich dann gerne ausführlicher». Es wird applaudiert, dann werden Blumen verteilt, Gutscheine und viel Dank zur Vergangenheit  und gute Wünsche für die Zukunft gesprochen. Zum Schluss spricht auch Gemeinderat Marc Raggenbass.

Noch steht die Leistungsvereinbarung, welche der Gemeinderat vom Verein Jugend und Freizeit fordert, in der Vernehmlassung. Doch heute wird darüber nicht gesprochen. Man wird sich wohl in den strittigen Punkten schon noch einigen können. Heute wird gefeiert. Lange noch sitzen die Mitglieder im Gespräch beisammen. Es ist tatsächlich ein Raum, der zum gemütlichen Verweilen einlädt. (db)

 

Freitag, 12. September 2014

Treffpunkt Herbstfest

Zum 25. Mal organisierten der Chramschopf- und der Feuerwehrverein gemeinsam das Herbstfest auf dem Areal des Quartiertreffs Zollikerberg. Es war ein gelungenes Jubiläumsfest!

Frühmorgens waren die Vereinsmitglieder bereits auf den Beinen und bereiteten alles für das grosse Fest vor. Alles sollte bis zum von der Gemeinde gespendeten Jubiläumsapéro bereit stehen. Und das schafften sie auch. Pünktlich konnte der Organisator des Feuerwehrvereins Ruedi Mäder sein Glas auf die treue Helferschar der letzten 25 Jahre erheben und allen Anwesenden seinen Dank aussprechen.

Die Stimmung war fröhlich. Nicht nur des Wetters wegen, das für einmal sommerlich warm einen wunderschönen Nachmittag versprach, sondern auch, weil sich hier viele Freunde trafen. «Schön bist du auch da», hörte man immer wieder, «wie geht’s denn dir?» Und so wurden viele Familien-, Reise-, Ferien- und Alltagsgeschichten ausgetauscht.

Und auch Historisches. So war zu erfahren, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Vereinen auf das Ehepaar Theurer zurückzuführen ist. Da Marianne und Hans Theurer seit je her in beiden Vereinen engagiert waren, sei eine Zusammenarbeit  naheliegend gewesen

Die Festwirtschaft war reichhaltig: Jubiläumswurst mit Kartoffelsalat, Ghacktes mit Hörnli, Apfelmus, Hamburger und Pommes Frites und anderes mehr – dazu zum Kaffee  selbstgebackenen Kuchen. Da lief einem das Wasser im Mund zusammen. Es war eine Auswahl, die einem die Wahl schwerfallen liess!

Das Kinderkarussell, welches von Hermann Briel und Wilfried Maurer abwechselnd, doch unermüdlich den ganzen Nachmittag durch Manneskraft in Gang gehalten wurde, lief unterbrochen. Dank des Sponsorings des Chramschopfs waren die Fahrten für die Kinder allesamt gratis. Und auch Walti Trüeb, der Chauffeur des Feuerwehrautos, liess sich nicht lumpen und fuhr seine  Gäste Runde um Runde durch die nähere Umgebung und lud sie wohlbehalten am Festplatz wieder ab. Rund um die Festwirtschaft konnte man durch die Stände des Kinderflohmarkts, des Chramschopfs und Ständen anderer Organisationen flanieren. Mit dabei waren das Züriwerk, ein Stand mit Spezialitäten von der Glarner Alp Bodmen, der Verein Forchbahn und das Hilfswerk ADES, das dank des sommerlichen Wetters die Funktionstüchtigkeit seiner Solarkocher perfekt demonstrieren konnte.

Die Zusammenarbeit hat sich bewährt. Nicht bloss zwischen den beiden Hauptorganisatoren, auch mit der Musikschule und der Bibliothek. Auch dieses Jahr strömten die Leute in Scharen: Grosseltern mit Enkeln, Familien mit Kindern, Alleinstehende, Alteingesessene und Neuzuzüger – und selbst viele Dörfler. Und dank der musikalischen Unterhaltung durch die Musiklehrer am Nachmittag blieben viele auch lange sitzen. Das Herbstfest im Zollikerberg ist ein echtes Dorffest. (db)


 

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Freitag, 12. September 2014

Eine gastronomische Reise durch die Schweiz

Richard Leuenberger stammt eigentlich nicht aus einer Gastro-Familie. Seine Leidenschaft für das Gastgewerbe übertrug sich aber auch auf seinen Bruder und auf seine Frau. Gemeinsam mit ihr führt er seit August die Cafeteria Sonnengarten in Zollikerberg.

Als Sohn eines Lokomotivführers ist Richard Leuenberger als zweitältestes von vier Kindern im Berner Oberland aufgewachsen. Für ihn war früh klar, dass er das Kochhandwerk lernen wollte.

Für ihn war früh klar, dass er das Kochhandwerk lernen wollte. Weil Französischkenntnisse damals für eine Stelle in der Küche zwingend waren, zog es ihn nach der Schule ins Welschland. In Lausanne arbeitete er gegen Kost, Logis und ein Taschengeld in einer Bäckerei als Ausläufer. Nach diesem Welschlandjahr begann er seine Lehre als Koch in einem  traditionsreichen Mittelklassehotel in Grindelwald.  Auch in diesem Familienbetrieb waren Unterkunft und Essen Lohnbestandteil. Im ersten Lehrjahr erhielt er daneben gerade mal 40 Franken Lohn. «Das war hart, weil ich jede Woche einen Tag nach Interlaken in die Berufsschule musste. Den Transport und die Verpflegung musste ich mit diesen 40 Franken finanzieren. Heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass so etwas geht», sagt Richard Leuenberger. Noch vor der Abschlussprüfung erhielt der ambitionierte Jungkoch ein Stellenangebot aus Chur, wo ein Küchenchef für ein Restaurant mit gutbürgerlicher Küche gesucht wurde. Eine Verantwortung, die der junge Berner Oberländer gerne annahm.

 

Küchendienst wider Willen

In den drei Jahren in Chur stand für ihn auch die Rekrutenschule an. Bei der Rekrutierung  erwähnte Richard Leuenberger seinen Beruf nicht, weil er sonst automatisch im Küchendienst eingeteilt worden wäre. Der Dienst an sich wäre kein Problem gewesen. «Ich habe ja gerne in der Küche gearbeitet. Aber wer im Küchendienst war, musste früher automatisch „weitermachen“ und damit länger im Militärdienst bleiben. Das wollte ich auf keinen Fall. Im Gegenteil. Die RS konnte für mich nicht schnell genug vorüber sein.» Doch die Rekruten aller Truppengattungen mussten mindestens eine Woche lang in der Küche aushelfen. Der Spiezer erinnert sich an eine lustige Situation mit dem zuständigen Küchenchef. Dieser sei Metzger gewesen und habe ihm erklärt, wie man eine Zwiebel richtig schneide. Natürlich war er schneller und präziser in der Ausführung als der Metzger. Erstaunt darüber, wie gut er Zwiebeln schneide, fragte dieser ihn nach seinem Beruf. «Ich sagte einfach, ich sei Automechaniker», erinnert sich Richard Leuenberger lachend.

Da sein Vertrag in Chur auslief, musste er sich rasch um eine neue Stelle bemühen. Diese fand er in Emmenbrücke. In einem Kongresszentrum wurde er die Rechte Hand des obersten Chefs und zudem «Chef de Service». «Ich hatte doch vom Service keine Ahnung. Irgendwie habe ich mich aber durchgemogelt. Spannend war auch, dass ich damals vom Gemeinderat Emmenbrücke in diese Position gewählt werden musste, da das Kongresszentrum der Gemeinde gehörte», erzählt der heute Sechzigjährige. Irgendwie war es ihm aber nie recht wohl in dieser Position. «Im Anzug im Service unterwegs zu sein, das war nicht meine Welt. Ich wollte zurück zum Ursprung, in die Küche.» In Kreuzlingen bekam er die Möglichkeit, als Geschäftsführer ein Restaurant zu übernehmen. Für diese Position benötigte er das Wirtepatent. Und so wurde er mit seinen erst 22 Jahren der jüngste Wirt im Kanton Thurgau. Die weitere Station war eine Cafeteria in Zürich. Zuerst arbeitete er in der Küche, wurde dann Geschäftsführer und als das Haus verkauft wurde, führte er die Cafeteria auf eigene Kosten weiter.

 

Mehr Zeit für die Kinder

Die Zürcher Jahre waren für Richard Leuenberger alles andere als einfach. Seine erste Frau, die er in den 80-er Jahren heiratete und mit der zwei heute erwachsene Söhne, Remo und Tino, hat, war schwer krank und musste teilweise über Monate im Krankenhaus bleiben. Aus diesem Grund bildete er sich der Koch zum Betriebsleiter für Gemeinschaftsgastronomie weiter. So hatte er die Möglichkeit, sich nach einer Stelle umzusehen, die ihm mehr Zeit für seine Kinder und die Pflege seiner Frau liess. 1998 kam die Trennung von seiner Frau, die Kinder wurden  ihm zugesprochen. «Sie war noch immer nicht ganz gesund und war aus diesem Grund leider nicht in der Lage, sich so um die Kinder zu kümmern, wie sie das gerne getan hätte. Sie war immer eine sehr gute Mutter,  ich konnte zu dieser Zeit einfach besser zu den Kindern schauen als sie. Als es ihr dann besser ging, vermischte sich das wieder mehr.»

Mit seiner heutigen Frau Lucy, die er im Ausgang in Zürich kennenlernte,  übernahm Richard Leuenberger im Jahr 2006 den Seeclub Zürich als Hauswart und Clubwirt. Per Zufall sah er zu Beginn dieses Jahres ein Stelleninserat für die Leitung der Cafeteria Sonnengarten. Da die Arbeit im Seeclub körperlich immer anstrengender geworden ist, passte das perfekt. Und so leitet er seit August mit Lucy die Cafeteria Sonnengarten. Eine Stelle, die ihn glücklich macht. Endlich habe er etwas mehr Freizeit. Neben seiner jährlichen Reise nach Brasilien, dem Heimatland seiner Frau, möchte er die neu gewonnene Zeit nutzen, um sich mehr um seine beiden Enkelkinder zu kümmern und seinem Hobby, dem Basteln, vermehrt nachkommen zu können. (fh)

 

Das ausführliche Persönlich finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Zolliker Boten vom 12. September 2014.

 

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Donnerstag, 11. September 2014

Aufgeräumte Stimmung im Zolliker Jugendtreff

Bevor das „Jugi“ am letzten Mittwoch die Tore für die Jugendlichen unter neuer Regie wieder öffnete, ist auch im Hintergrund alles auf Vordermann gebracht worden. Nachdem im Mai noch unklar war, wer die Verantwortung als neuer Präsident der Vereins Jugend und Freizeit übernehmen würde, fand der Stabswechsel an der ausserordentlichen Generalversammlung vor einer Woche in einer allgemein heiteren Aufbruchstimmung statt.

 

Die beiden neuen Sozialarbeiter Edona Bobi und Tobias Kramer haben sich ins Zeug gelegt: Das Jugi erstrahlt nun in neuem Glanz. Einige Wände sind frisch gestrichen, schwarze Sofas und Hocker an niedrigen Couchtischen laden zum gemütlichen Zusammensitzen ein, der alte «Töggelikasten» und der Pingpongtisch locken zum Spiel. An der Eckbar gibt’s kühle Getränke. Hier lässt es sich gut verweilen. Es ist ein schöner Raum.  Nachdem die beiden früheren Jugileiter die Stelle auf eigenen Wunsch verlassen haben, schätzt sich der Verein glücklich, mit den beiden jungen Zollikern eine engagierte neue Leitung gefunden zu haben.
Für die ausserordentliche Generalversammlung stehen Stühle und Tische im Hufeisen bereit und alle sind sie pünktlich. Mit dem scheidenden Präsidenten Heinz Eberle-Fröhlich, dem bald zu wählenden Präsidenten Joachim Maier, die im Vorstand Einsitz nehmenden Vertretern der Kirchen und der Schulen, dazu einem der beiden Revisoren und anderen Mitgliedern, der Vertretung der Pfadi, des Chramschopfs und des Frauenvereins eribt sich eine stattliche Anzahl von 20 Personen.

Die Begegnungen sind freundlich. Die Gesichter fröhlich. Die Wahlen entspannt. «Seid ihr einverstanden», fragt Noch-Präsident Heinz Eberle, «dass ich die Wahlen kurz halte und jeweils bloss nach Gegenstimmen und Enthaltungen frage?» Allgemeines Nicken. Die Wahlen sind bloss noch Formsache. Alle Fragen sind bereits bilateral im Vorfeld geklärt worden.

 

Nachbarschaftliche Nähe

Der frischgewählte Präsident Joachim Maier freut sich auf sein Amt. Als  direkter Nachbar und Vater zweier Kinder von vier und sechs Jahren, will er mithelfen, dass der Jugendtreff Hinterdorf noch vielen Generationen von Jugendlichen eine Heimat bietet. Und es sind dies nicht  bloss Worte.

Bereits vor seiner Wahl hat der Organisationsentwickler und Spezialist für Videoanalysen sich engagiert: Er war dabei im Jugi Sommerlager im Veneto  und hat gemeinsam mit den beiden Sozialarbeitern das Chilbi-Filmprojekt lanciert, in dem die Jugendlichen zwischen den Ständen und Chilbibahnen zu ihren Bedürfnissen und Wünschen für das neue Jugi befragt worden sind.

«Noch will ich keine grosse Rede halten», sagt er, «dazu ist es noch zu früh. Zuerst möchte ich die Bedürfnisse der Jugendlichen aufnehmen. Doch in einem Jahr berichte ich dann gerne ausführlicher». Es wird applaudiert, dann werden Blumen verteilt, Gutscheine und viel Dank zur Vergangenheit  und gute Wünsche für die Zukunft gesprochen. Zum Schluss spricht auch Gemeinderat Marc Raggenbass.

Noch steht die Leistungsvereinbarung, welche der Gemeinderat vom Verein Jugend und Freizeit fordert, in der Vernehmlassung. Doch heute wird darüber nicht gesprochen. Man wird sich wohl in den strittigen Punkten schon noch einigen können. Heute wird gefeiert. Lange noch sitzen die Mitglieder im Gespräch beisammen. Es ist tatsächlich ein Raum, der zum gemütlichen Verweilen einlädt. (db)

 

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