Amtliches Publikationsorgan der Gemeinde Zollikon

Freitag, 17. Oktober 2014

Familiendrama in Zollikon

Es geschah am Krimitag: Am Sonntag tötete ein 30-Jähriger seine Eltern im gemeinsamen Wohnhaus in der Nähe des Bahnhofs.

Am Sonntag, an dem Tag, an dem sich allwöchentlich am Abend ein Millionenpublikum vor den Fernseher setzt, um die kriminellen Geschichten des «Tatort» zu verfolgen, spielte sich im realen Leben in Zollikon ebenfalls ein blutiges Drama ab: Der 66-jährige Evangelos K. und seine 63-jährige Frau Luigina werden am frühen Nachmittag tot in ihrer Wohnung aufgefunden. An die Öffentlichkeit gelangte die Geschichte am Montagnachmittag, kurz nachdem die Kantonspolizei Zürich ihre Medienmitteilung verschickt hatte. In dieser schrieb sie auch, dass noch am selben Tag ein tatverdächtiger 30-jähriger Schweizer festgenommen werden konnte.

Dass es sich hierbei um den Sohn des getöteten Ehepaares handelte, mutmassten verschiedenste Online-Medien schon kurze Zeit später. Nachbarn hätten gesehen, wie der Sohn verhaftet wurde. Es sei auch eine Anwohnerin des Mehrfamilienhauses gewesen, die die Leichen des Vermögensverwalters und seiner Gattin gefunden habe. Die Nachbarin habe die Wohnung der Getöteten betreten, nachdem sie einen lauten Streit vernommen habe. «Der Mann hatte ein Messer im Rücken und auch die Leiche seiner Frau lag in der Wohnung», wurde die Anwohnerin in den Medien zitiert. Zum Tatort ausgerückt war auch die Zolliker Feuerwehr, die den Verkehr zu regeln hatte. Die Strasse wurde für mehrere Stunden gesperrt, selbst Fussgänger wurden keine mehr durchgelassen.

 

Verdacht bestätigt
Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Dienstag, dass es sich bei den Opfern um die Eltern des zwischenzeitlich festgenommenen mutmasslichen Täters handelt. Auch dass diese erstochen wurden, entspreche der Wahrheit. Der Sohn habe zugegeben, auf seine Eltern eingestochen zu haben, heisst es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Zum jetzigen Zeitpunkt sei von einem Beziehungsdelikt auszugehen, sagte Staatsanwältin Simone Altenburger. Gegen den mutmasslichen Täter wurde ein Verfahren wegen vorsätzlicher Tötung eröffnet, eine Anklage wegen Mordes sei aber nicht ausgeschlossen und könne sich nach weiteren Einvernehmungen noch ergeben.

Unklar bleibt, wie es zum Drama in Zollikon kam. Der Beschuldigte befindet sich derzeit wegen Suizidgefahr in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Dass er zuvor schon in psychiatrischer Behandlung war, bestätigte die Staatsanwältin gegenüber verschiedenen Medien. Auch hätten die Eltern bereits vor einem Jahr einmal die Polizei gerufen, als der Sohn sie bedrohte und gewalttätig wurde. Die Anzeige zogen die Eltern aber damals wieder zurück. Vorbestraft war der 30-Jährige unter anderem wegen eines länger zurückliegenden Gewaltdelikts sowie Strassenverkehrsvergehen. In der Gemeinde scheint die Familie, die seit über 17 Jahren in Zollikon lebt, wenig bekannt zu sein. Mehrere angefragte Anwohner und langjährige Zolliker sagen gegenüber dem Zolliker Boten, weder den Sohn noch dessen Eltern gekannt zu haben.  (mmw)

 

Freitag, 17. Oktober 2014

Familiendrama in Zollikon

Es geschah am Krimitag: Am Sonntag tötete ein 30-Jähriger seine Eltern im gemeinsamen Wohnhaus in der Nähe des Bahnhofs.

Am Sonntag, an dem Tag, an dem sich allwöchentlich am Abend ein Millionenpublikum vor den Fernseher setzt, um die kriminellen Geschichten des «Tatort» zu verfolgen, spielte sich im realen Leben in Zollikon ebenfalls ein blutiges Drama ab: Der 66-jährige Evangelos K. und seine 63-jährige Frau Luigina werden am frühen Nachmittag tot in ihrer Wohnung aufgefunden. An die Öffentlichkeit gelangte die Geschichte am Montagnachmittag, kurz nachdem die Kantonspolizei Zürich ihre Medienmitteilung verschickt hatte. In dieser schrieb sie auch, dass noch am selben Tag ein tatverdächtiger 30-jähriger Schweizer festgenommen werden konnte.

Dass es sich hierbei um den Sohn des getöteten Ehepaares handelte, mutmassten verschiedenste Online-Medien schon kurze Zeit später. Nachbarn hätten gesehen, wie der Sohn verhaftet wurde. Es sei auch eine Anwohnerin des Mehrfamilienhauses gewesen, die die Leichen des Vermögensverwalters und seiner Gattin gefunden habe. Die Nachbarin habe die Wohnung der Getöteten betreten, nachdem sie einen lauten Streit vernommen habe. «Der Mann hatte ein Messer im Rücken und auch die Leiche seiner Frau lag in der Wohnung», wurde die Anwohnerin in den Medien zitiert. Zum Tatort ausgerückt war auch die Zolliker Feuerwehr, die den Verkehr zu regeln hatte. Die Strasse wurde für mehrere Stunden gesperrt, selbst Fussgänger wurden keine mehr durchgelassen.

 

Verdacht bestätigt
Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Dienstag, dass es sich bei den Opfern um die Eltern des zwischenzeitlich festgenommenen mutmasslichen Täters handelt. Auch dass diese erstochen wurden, entspreche der Wahrheit. Der Sohn habe zugegeben, auf seine Eltern eingestochen zu haben, heisst es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Zum jetzigen Zeitpunkt sei von einem Beziehungsdelikt auszugehen, sagte Staatsanwältin Simone Altenburger. Gegen den mutmasslichen Täter wurde ein Verfahren wegen vorsätzlicher Tötung eröffnet, eine Anklage wegen Mordes sei aber nicht ausgeschlossen und könne sich nach weiteren Einvernehmungen noch ergeben.

Unklar bleibt, wie es zum Drama in Zollikon kam. Der Beschuldigte befindet sich derzeit wegen Suizidgefahr in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Dass er zuvor schon in psychiatrischer Behandlung war, bestätigte die Staatsanwältin gegenüber verschiedenen Medien. Auch hätten die Eltern bereits vor einem Jahr einmal die Polizei gerufen, als der Sohn sie bedrohte und gewalttätig wurde. Die Anzeige zogen die Eltern aber damals wieder zurück. Vorbestraft war der 30-Jährige unter anderem wegen eines länger zurückliegenden Gewaltdelikts sowie Strassenverkehrsvergehen. In der Gemeinde scheint die Familie, die seit über 17 Jahren in Zollikon lebt, wenig bekannt zu sein. Mehrere angefragte Anwohner und langjährige Zolliker sagen gegenüber dem Zolliker Boten, weder den Sohn noch dessen Eltern gekannt zu haben.  (mmw)

 

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Freitag, 17. Oktober 2014

Zollikon vereint

Vereint turnen, Theater spielen, Tauschbörsen organisieren. Vereine gestalten unser Leben. Welche Personen, Tätigkeiten und Geschichten stecken hinter den Vereinsnamen? Was motiviert die Mitglieder, sich in einem Verein zu engagieren? Unter dem Titel «Vereint» bietet eine neue Ausstellung im Ortsmuseum Zolliker Vereinen eine Plattform, zeichnet Traditionen des Vereinslebens nach und fragt nach der Zukunft der Vereinsorganisation.

In Zollikon gestalten schätzungsweise 70 Vereine das Gemeindeleben im sozialen, kulturellen, geselligen und politischen Bereich mit. Man treibt gemeinsam Sport, musiziert zusammen, setzt sich für die Natur ein oder organisiert Kulturveranstaltungen. Andere sorgen für die soziale Vernetzung, engagieren sich politisch oder wollen einfach nur Spass haben. Das Spektrum der Vereine reicht vom Akkordeon Orchester bis zum Zolliker Chilbi-Verein.

 

Die Sonderausstellung «Vereint» stellt Zolliker Vereine ins Zentrum und ihre Tätigkeit in den Kontext der Schweizer Vereinslandschaft. Das Ortsmuseum gibt verschiedenen Vereinen Gelegenheit, ihre Ziele, Motivationen und Anekdoten zu präsentieren. An verschiedenen Veranstaltungen werden vergangene und zukünftige Entwicklungen diskutiert.

 

Vom 23. Oktober 2014 bis 8. Februar 2015 präsentieren sich: Eisstock-Club, Familienclub, Männerchor, Pfadi Zollikon, Quartierverein Zollikerberg, Samariterverein, Theatergruppe, Tourenclub und Verein Chramschopf. Vom 13. März 2015 bis 12. Juli 2015 stellen sich vor: Altpfadi-Verband, Frauenchor, Frauenverein, Hundesport, Maitlipfadi, Musikverein Harmonie, Sportclub, Pfadi Morgestärn, Verein Jugend und Freizeit und Verschönerungsverein. (e)

 

VEREINT – Eine Ausstellung für aktive, passive, ehemalige und zukünftige Vereinsmitglieder vom 23. Oktober 2014 bis 12. Juli 2015.  Vernissage: Donnerstag, 23. Oktober, 19.30 Uhr, Aula Buechholz, anschl. Apéro im Ortsmuseum.

 

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Freitag, 17. Oktober 2014

Ein gewiefter Tüftler

Peter Ackermann, 55, hat sein ganzes Leben in Zollikon verbracht. Bloss ferienhalber zieht er manchmal los, meist ins Oberwallis. Doch hier wie da schätzt er es, beheimatet zu sein und sich in der Freizeit mit offenen Augen und seiner Fotokamera an der frischen Luft in der Natur aufzuhalten.

Was an Peter Ackermann als Erstes auffällt, ist sein Interesse, vorab an der Technik, aber auch an den Menschen, der Natur und dem Kunsthandwerk. Wird er da auf etwas aufmerksam, nimmt er sich Zeit, bleibt stehen, schaut genau und fragt nach. Immer schon war das so und ist es bis heute geblieben. Peter Ackermann wird nächste Woche 55 Jahre alt und verbrachte sein ganzes Leben in Zollikon. Er hat es nie in Betracht gezogen wegzuziehen. Hier in Dorf und Berg ist er verwurzelt. Aufgewachsen ist Peter Ackermann im Dorf nahe beim Riet. Die Schrebergärten am Blumenrain gab es bereits und einer davon gehörte seinen Eltern. Er hat den Pflanzplätz weiter beackert, bis die Schrebergärten dem Neubau des WPZ Blumenrain weichen mussten. Nun  gärtnert er im Fuchsbühl. Dass er einen technischen Beruf erlernen würde, war für ihn stets klar. «Mein Vater war Buchhalter», erzählt er, «ich träumte davon, mit ihm zusammen eine eigene Firma zu gründen, doch dann erlitt er einen Herzinfarkt und starb, als ich sechzehn war.»

 

Abruptes Ende der Kindheit

Der Tod seines Vaters war ein Schock. «Meine Jugendzeit hörte damit abrupt auf», sagt Peter Ackermann, «mir wurde schlagartig bewusst, dass ich ab sofort selber für mich und für meine Mutter sorgen musste.» Als ihnen die Wohnung im Zolliker Dorf wegen Eigenbedarf gekündigt wurde, zogen sie in eine Eigentumswohnung in den Zollikerberg, wo sie bis zum Tod der Mutter vor vier Jahren gemeinsam haushalteten. Beruflich wurde aus Peter Ackermann ein gewiefter Tüftler. Nach seiner Lehre als Maschinenmechaniker und der Rekrutenschule als Geschützmechaniker machte er berufsbegleitend eine Weiterbildung zum Elektroniker an der Swissair-Technikerschule. Der Beruf faszinierte ihn. Er hatte seinen Platz gefunden. Als Produktionsassistent verschiedener Firmen optimiert er seither Prozessabläufe, findet heraus, woran es liegt, wenn der Produktionsablauf noch nicht perfekt ist. Früher liess ihn ein Problem nach der Arbeit nicht leicht los. Abschalten musste er lernen. Heute gelingt ihm dies leicht in der Natur, im Garten oder beim Herstellen von Schmuckstücken oder Fotokunstkarten. Dazu ging er lange Zeit einmal in der Woche samstags beim Schmuckgestalter Dominik Schmuki in einen Kurs. Seit sieben Jahren stehen die beiden an der Chilbi jeweils gemeinsam am Schmuckstand. «Oft werde ich gefragt, woher ich mir die Zeit nehme für Schmuck und Fotos», sagt er, «die Antwort ist einfach: Ich habe keinen Fernseher. Das schenkt mir viel Freizeit.»  Informiert ist er trotzdem, sagt er, er nutze die Zeit auf dem Arbeitsweg, um die Zeitung zu lesen und höre auch viel zu. «Weltbewegendes erfahre ich stets in der Forchbahn», sagt er, «man kennt sich in der Frieda.» Die Sommerferien verbringt er seit seiner Kindheit oft im Oberwalliser Dorf Obergesteln. Er liebt es dort, unverplant loszuziehen. Er mag dieses Vagabundieren, diese Offenheit für den Moment und lebt dies so oft er kann, auch in seiner Freizeit im Alltag. Gerade jetzt geht dies allerdings nicht. Denn dieses Wochenende findet die Herbstausstellung im Quartierzentrum Zollikerberg statt. Seit der Freizeitdienst die Herbstmesse nicht mehr durchführt, haben sich ein paar seelenverwandte Freizeitkünstler zusammengetan und diese Herbstausstellung ins Leben gerufen, um ihre Kunstwerke zu verkaufen. Es geht da nicht um den Verdienst, sondern um die Wertschätzung der Kunstgegenstände, ums Beisammensein. «Das genau ist Lebensqualität», sagt Peter Ackermann, «da schlägt einem das Herz so froh, wie zuoberst auf einem Berg im Oberwallis!» (db)

 

Das ganze Persönlich können Sie in der aktuellen Ausgabe des Zolliker Boten vom Freitag 17. Oktober 2014 nachlesen.

 

 

 

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Fröhlich Info AG