Amtliches Publikationsorgan der Gemeinde Zollikon

Donnerstag, 17. April 2014

Ostern ist das Fest grosser Emotionen 

Dieses Jahr fällt Ostern auf den Anfang der Schulferien. In den Läden locken süsse  Osterhasen und bunte Ostereier. Die Bäume blühen und das Leben erwacht. Die Freude ist gross. In der christlichen Religion ist das Osterfest Ausdruck dramatischer Lebenserfahrungen – und die Gewissheit, dass das Leben und das Licht stärker sind als alle dunklen Seiten.

Ein besinnliches Gespräch mit Esther Menge, der Pastoralassistentin der katholischen Kirche Zollikon, Zollikerberg-Zumikon.

 

Esther Menge, was bedeutet Ostern für Sie persönlich?

Ostern ist das wichtigste Fest im Kirchenjahr. Ich erlebe es jedes Jahr sehr intensiv. Die Ereignisse wecken in mir hohe Emotionen. Das beginnt mit dem Palmsonntag. Da feiern wir den gloriosen Einzug Jesu nach Jerusalem. Die Stimmung war damals enthusiastisch, beinahe ein wenig überdreht. Das Volk jubelte Jesus und seinen Jüngern zu. Der Einzug war ein grandioser Erfolg, doch dann kippte die Stimmung. Dasselbe Volk, das ihn und seine Jünger erst so gefeiert hatte, forderte plötzlich die Kreuzigung Jesu. Mich dünkt, dieser abrupte Wechsel aus der Euphorie in die Ernüchterung ist den meisten Menschen nicht fremd, viele kennen ihn aus persönlicher Erfahrung. Anhand der Lebensgeschichte Jesu erleben sie diese Gefühle erneut, sehen, dass sie damit nicht allein sind.

 

Denken Sie dabei an sich selbst?

Nicht direkt, ich habe es persönlich nie so drastisch erlebt. Doch spontan kommt mir Kweku Adoboli in den Sinn, der Londoner UBS-Banker, der hoch anerkannt war, weil er viel Gewinn machte. Und plötzlich ging etwas schief und er fiel unversehens ganz tief. .

 

Hilft die Ostergeschichte also auch, eigenes Erleben einzuordnen?

Ich denke ja. Am Palmsonntag hören wir zuerst das Evangelium vom Einzug in Jerusalem, danach die Passionsgeschichte Jesu, stimmen uns ein auf seinen Leidensweg , der sich in dieser Woche anbahnt. Da erleben wir mit Jesus mit, was wir aus unserem Leben oft auch persönlich kennen: Verurteilung, Verrat, das Einbrechen unter einer Last, unerwartete Hilfe, Gemeinheit und Freundlichkeit verschiedenster Weggefährten.

 

Die Passionsgeschichte als Darstellung menschlicher Dramen?

Sie nimmt das ganze Drama des Menschen auf, zeigt die dunklen Seiten auf. Gerade in unserer Kirche, dünkt mich, können wir dies mittels der Osterfestlichkeiten ganzheitlich nachvollziehen und erleben. Am Karfreitag morgen werden die 14 Stationen des Kreuzweges von der Verurteilung Jesu bis zu seiner Grablegung bedacht und in Bezug zum eigenen Leben gebracht. Nachmittags feiern wir die Liturgie vom Leiden und Sterben Christi, in der wir der Ehrfurcht vor der Hingabe Jesu Platz einräumen.

 

Nehmen viele Leute an diesen Osterfeiern teil?

Das ist schwer zu sagen. Da Ostern dieses Jahr mit dem Beginn der Frühlingsferien zusammenfällt, werden wohl einige Familien bereits verreist sein. Doch vielen Gläubigen ist der Kirchenbesuch in den Ostertagen wichtig, wir werden nicht wenige sein. Auch wenn der Stellenwert der Kirche in unserer Gesellschaft im Laufe der Zeit geringer geworden ist, erlebt die katholische Kirche zurzeit einen Zuwachs und eine Belebung durch neuhinzukommende Katholiken aus dem Ausland. Für uns ist das bereichernd – es stärkt unser Bewusstsein, Teil einer grossen internationalen Bewegung zu sein.

 

Und all die Osterhasen und Ostereier? Finden sie auch Eingang in die Feierlichkeiten?

Ostereier-Tütschen ist an Ostern Tradition. Und auch wenn die Osterhasen mit Jesus nichts zu tun haben, werden alle Ministranten einen als Geschenk erhalten. Und hoffentlich auch ich – da ich mir selbst auferlegt habe, während der vierzig Tage der Fastenzeit vor Ostern sowohl auf Alkohol wie auch auf jegliche Süssigkeiten zu verzichten, würde mich ein Schokoladenhase besonders freuen. (db)

 

Lesen Sie das ganze Interview mit Esther Menge im aktuellen «Zolliker Bote» vom 16. April 2014.

 

 

Donnerstag, 17. April 2014

Ostern ist das Fest grosser Emotionen 

Dieses Jahr fällt Ostern auf den Anfang der Schulferien. In den Läden locken süsse  Osterhasen und bunte Ostereier. Die Bäume blühen und das Leben erwacht. Die Freude ist gross. In der christlichen Religion ist das Osterfest Ausdruck dramatischer Lebenserfahrungen – und die Gewissheit, dass das Leben und das Licht stärker sind als alle dunklen Seiten.

Ein besinnliches Gespräch mit Esther Menge, der Pastoralassistentin der katholischen Kirche Zollikon, Zollikerberg-Zumikon.

 

Esther Menge, was bedeutet Ostern für Sie persönlich?

Ostern ist das wichtigste Fest im Kirchenjahr. Ich erlebe es jedes Jahr sehr intensiv. Die Ereignisse wecken in mir hohe Emotionen. Das beginnt mit dem Palmsonntag. Da feiern wir den gloriosen Einzug Jesu nach Jerusalem. Die Stimmung war damals enthusiastisch, beinahe ein wenig überdreht. Das Volk jubelte Jesus und seinen Jüngern zu. Der Einzug war ein grandioser Erfolg, doch dann kippte die Stimmung. Dasselbe Volk, das ihn und seine Jünger erst so gefeiert hatte, forderte plötzlich die Kreuzigung Jesu. Mich dünkt, dieser abrupte Wechsel aus der Euphorie in die Ernüchterung ist den meisten Menschen nicht fremd, viele kennen ihn aus persönlicher Erfahrung. Anhand der Lebensgeschichte Jesu erleben sie diese Gefühle erneut, sehen, dass sie damit nicht allein sind.

 

Denken Sie dabei an sich selbst?

Nicht direkt, ich habe es persönlich nie so drastisch erlebt. Doch spontan kommt mir Kweku Adoboli in den Sinn, der Londoner UBS-Banker, der hoch anerkannt war, weil er viel Gewinn machte. Und plötzlich ging etwas schief und er fiel unversehens ganz tief. .

 

Hilft die Ostergeschichte also auch, eigenes Erleben einzuordnen?

Ich denke ja. Am Palmsonntag hören wir zuerst das Evangelium vom Einzug in Jerusalem, danach die Passionsgeschichte Jesu, stimmen uns ein auf seinen Leidensweg , der sich in dieser Woche anbahnt. Da erleben wir mit Jesus mit, was wir aus unserem Leben oft auch persönlich kennen: Verurteilung, Verrat, das Einbrechen unter einer Last, unerwartete Hilfe, Gemeinheit und Freundlichkeit verschiedenster Weggefährten.

 

Die Passionsgeschichte als Darstellung menschlicher Dramen?

Sie nimmt das ganze Drama des Menschen auf, zeigt die dunklen Seiten auf. Gerade in unserer Kirche, dünkt mich, können wir dies mittels der Osterfestlichkeiten ganzheitlich nachvollziehen und erleben. Am Karfreitag morgen werden die 14 Stationen des Kreuzweges von der Verurteilung Jesu bis zu seiner Grablegung bedacht und in Bezug zum eigenen Leben gebracht. Nachmittags feiern wir die Liturgie vom Leiden und Sterben Christi, in der wir der Ehrfurcht vor der Hingabe Jesu Platz einräumen.

 

Nehmen viele Leute an diesen Osterfeiern teil?

Das ist schwer zu sagen. Da Ostern dieses Jahr mit dem Beginn der Frühlingsferien zusammenfällt, werden wohl einige Familien bereits verreist sein. Doch vielen Gläubigen ist der Kirchenbesuch in den Ostertagen wichtig, wir werden nicht wenige sein. Auch wenn der Stellenwert der Kirche in unserer Gesellschaft im Laufe der Zeit geringer geworden ist, erlebt die katholische Kirche zurzeit einen Zuwachs und eine Belebung durch neuhinzukommende Katholiken aus dem Ausland. Für uns ist das bereichernd – es stärkt unser Bewusstsein, Teil einer grossen internationalen Bewegung zu sein.

 

Und all die Osterhasen und Ostereier? Finden sie auch Eingang in die Feierlichkeiten?

Ostereier-Tütschen ist an Ostern Tradition. Und auch wenn die Osterhasen mit Jesus nichts zu tun haben, werden alle Ministranten einen als Geschenk erhalten. Und hoffentlich auch ich – da ich mir selbst auferlegt habe, während der vierzig Tage der Fastenzeit vor Ostern sowohl auf Alkohol wie auch auf jegliche Süssigkeiten zu verzichten, würde mich ein Schokoladenhase besonders freuen. (db)

 

Lesen Sie das ganze Interview mit Esther Menge im aktuellen «Zolliker Bote» vom 16. April 2014.

 

 

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Donnerstag, 17. April 2014

Wer sind die neuen Kandidaten?

Der Wahlkampf geht weiter – diese Woche im Zollikerberg, wo sich  die neu Kandidierenden für den Gemeinderat präsentierten. Die Zuhörer zeigten sich interessiert und kritisch.

«Seriös, berechenbar und ausdauernd», bezeichnet sich Bernhard Ecklin (SVP). Corinne Hoss  (FDP), ist eine Teamplayerin, liberal und qualifiziert. Valentin Kuster (SP) ein Automechaniker, der «schon einige Karren zum Laufen brachte» und gerne eine andere Meinung vertritt. Zielstrebig, qualifiziert und transparent wählt Dominique Schönbeck (parteilos) als Attribute für ihre Person. Sascha Ullmann ist nicht nur motiviert, sondern auch zuverlässig und kompetent. Wer sind die neuen Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten, die sich mit Ausnahme von Valentin Kuster, der bereits bei den Ersatzwahlen vor zwei Jahren antrat, erstmals für Zollikons Exekutive aufstellen lassen? Diese Frage stellte Moderatorin Claudia Eberle-Fröhlich, Inhaberin der Fröhlich Info AG und Verlegerin des «Zolliker Boten», am Montagabend im Gerenhaus ins Zentrum. Sechs Tage nach dem Gemeinderatspodium im Dorf lud nun der Quartierverein Zollikerberg zu einer Veranstaltung, diesmal standen jedoch nur die neu antretenden Gemeinderatskandidaten auf dem Prüfstand.

Die fünf hatten sich aber nicht nur selbst einzuschätzen an diesem Abend, sie sahen sich auch mit konkreten Fragen konfrontiert, die ihre potentielle Rolle als Amtsinhaber transparent machen sollten.  Die Macht der Verwaltung, die nicht nur in Zollikon stets stärker werde gegenüber der Exekutivbehörde, verlange nach einer starken Führungsrolle des Gemeinderates. Wie diese verstärkt werden könne, wollte die Moderatorin wissen. Die Antworten fielen unterschiedlich aus. Für Valentin Kuster ist der Gemeinderat ein Berater des Souveräns, für Corinne Hoss hat er Leitplanken zu setzen, Sascha Ullmann sieht die Lösung in der Zusammenarbeit mit einem starken Abteilungsleiter. Bernhard Ecklin nennt die Führungsverantwortung des Gemeinderates als unteilbar und Dominique Schönbeck sprach von Hierarchien, die zwar klar sein müssten, das Miteinander sei es jedoch, das einen weiterbringe.

 

Schule im Mittelpunkt

Auch das Publikum bekam die Möglichkeit, Fragen zu stellen und tat dies rege. Mehrere richteten sich direkt an Dominique Schönbeck, die zusammen mit Corinne Hoss um das Schulpräsidium kämpft. Warum sie als Primarlehrerin ohne Behördenerfahrung gleich für das Präsidium kandidiere und wie es um ihr Anstellungsverhältnis stehe, wurde sie gefragt. Dass sie bei einer allfälligen Wahl ihre Stelle bei der Schule Zollikon kündigen würde, unterstrich die Kandidatin mehrfach. Ob diese Kündigung bereits jetzt erfolgt sei, konnte sie dagegen nicht offenlegen. Mit der Schulleitung sei zwar eine Lösung gefunden worden, es sei aber vereinbart, diese noch nicht zu kommunizieren. «Der Zeitpunkt ist für mich jetzt ideal», sagte die Primarlehrerin einer 6. Klasse, im Sommer würde sie einen neuen Klassenzug erhalten und der Rücktritt von Schulpräsident Patrik Jeuch habe sie dazu bewogen, gleich fürs Präsidium zu kandieren. Sie würde aber auch die Wahl als ordentliches Schulpflegemitglied annehmen. (mmw)

 

Lesen Sie den ausführlichen Bericht im aktuellen «Zolliker Bote» vom 17. April 2014.

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Donnerstag, 17. April 2014

Ein Besuch bei der Recyclingkönigin

Der Deckel wird vom Glas getrennt ‒ und die Dose bitte in den separaten Container. Seit dreizehn Jahren leitet Roswitha Leutenegger die Sammelstelle in Zollikon. Der ZoBo besucht sie an ihrem Arbeitsort und entdeckt dabei ein Stück Herz von Zollikon.

Wer kennt ihn nicht, den Albtraum der sich stapelnden Kartons und Gläser im Keller, sei es nach Neujahr oder nach gelungenen Grillabenden. Besucher der Zolliker Sammelstelle werden darüber jedoch nicht ganz so betrübt sein, denn kaum an der Dachslerenstrasse angekommen, wird man bereits von Roswitha­ Leutenegger begrüsst und bei genügend Zeitvorrat hat sie einem auch schon zwei der vielen mitgebrachten Säcke abgenommen.

Wenn die Recyclingstelle öffnet, dann ist sie am Start. Roswitha Leuteneggers Präsenz dient aber keineswegs bloss der Aufmunterung der Besucher, sondern sie ist geradezu überlebenswichtig – denn insbesondere Samstag morgens geht es zu und her wie im Dschungel. Ihr Mann Thomas packt dann jeweils als zusätzliche Hilfskraft mit an. Gesammelt werden in kürzester Zeit unzählige verschiedene Materialien, von Nespressokapseln über Korken bis zu Schutt von der Heimbaustelle.

Roswitha Leutenegger, welche kürzlich glücklich ihren fünfzigsten Geburtstag feierte, geniesst den Ansturm. WC-Rollen und Kartonüberzüge von Yoghurtbechern – immer kleiner und feiner trennt Zollikons Einwohnerschaft recycelbaren Materialien vom Sperrgut.

 

Gewachsenes Bewusstsein  

Dem war aber nicht immer so. Als sie vor dreizehn Jahren an der Sammelstelle zu arbeiten begonnen habe, hätten die meisten Bürgerinnen und Bürger überhaupt nichts von deren Existenz gewusst, erzählt Roswitha Leutenegger. Umso erfreulicher sei es zu sehen, dass mehr Leute eine bewusstere Lebenshaltung eingenommen hätten. Auch immer mehr Kinder erschienen an der Sammelstelle, um den Eltern beim Sortieren zu helfen. Ob das am Eigeninteresse liegt oder am Zältli, welches sie nach erfolgreich einsortierten PET-Flaschen erhalten, sei dahingestellt.

Des Öfteren werden aus Versehen Schlüssel oder Mobiltelefone in die Kartonmulde geworden. Dann beginnt das grosse Wühlen. «Die Kartonempfänger in Deutschland freut es», erzählt die Recycling-Fachfrau. «Es hat sich herumgesprochen, dass in den Schweizer Kartonballen immer mal wieder Bargeld zu finden ist.» Der ZoBo hatte über das Ereignis berichtet, als sogar eine verstaubte Urne an der Dachslerenstrasse gelandet war. Roswitha Leutenegger hatte damals dankend abgewinkt, die Asche im eigenen Hintergarten zu verstreuen.

Aber auch das drollige Leben am Recycling-Palast birgt seine Schattenseiten. Manchmal sind sechs Kleiderschichten und ein Suppenkocher nötig, um in der winterlichen Kälte nicht zur Mumie zu erstarren.

 

Freude am Entsorgen

In den tiefblauen wachen Augen ist aber keine Spur von Ermüdung zu erkennen. Welches Geheimnis steckt denn nun hinter ihrer ansteckenden Energie? „Geduld und Anstand“, meint Roswitha Leutenegger und spricht, als wäre dies eine selbstverständliche Gabe. „Ich möchte, dass die Leute Freude haben am Entsorgen, sie sollen gerne hierher kommen.“

Roswitha Leuteneggers Zukunftspläne sind gesetzt – der Sammelstelle die Treue halten, und zwar bis zur Pension. «Ich liebe sie über alles.» (aw)

 

Lesen Sie das ganze Porträt über Roswitha Leutenegger im aktuellen «Zolliker Bote» vom  17. Apri 2014.

 

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Freitag, 11. April 2014

Bücherfrühling in der Bibliothek

Zum vierten Mal stellte Daniela Binder, Buchhändlerin aus Winterthur, Frühlingsneuheiten auf dem Büchermarkt vor. Ihre Stammhörer wussten es zu schätzen. Wer’s verpasst hat, kann sich Binders Bücherliste in der Bibliothek besorgen – und gleich um persönliche Empfehlung nachfragen. Die ganze Bibliothekscrew war vor Ort.

Drei bis vier Mal in der Woche tingelt Daniela Binder jeden Frühling von Bibliothek zu Bibliothek und preist die neusten Bücher an. Die Buchhändlerin aus Winterthur macht dies mit Leidenschaft. Im Zollikerberg war sie heuer zum vierten Mal.

Daniela Binder begann pünktlich und sprach eine gute Stunde, reihte Buch an Buch, Empfehlung an Empfehlung. Sie fasste auf Schweizerdeutsch zusammen, was sie gelesen und dabei empfunden hatte; wovon sie so fasziniert war, dass es ihr «den Ärmel reingezogen» hatte und sie den ganzen Sonntag durchlesen musste. Das Publikum hörte atemlos zu, mucksmäuschenstill, es geriet in einen richtigen Erzählbann.

Daniela Binders absolute Favoriten sind dieses Jahr «Ostende 1936, Sommer der Freundschaft» von Volker Weiermann, in dem die Beziehung zwischen Stefan Zweig und Joseph Roth ausgeleuchtet wird.  «Alles ist gut gegangen»  von Emmanuèlle Bernheim, das sich mit dem Thema des Sterben-Dürfens beschäftigt, und «Tobys Zimmer»  von Pat Barker, worin sich zwei Geschwister eines Nachts zu nahe kommen und das Geheimnis nachher mit sich tragen – der Junge in den Krieg, in dem er fällt, das Mädchen in die Kunstakademie, in der es versucht, sein Schicksal zu verarbeiten und leben zu lernen.
 

Den Blick geschärft

«Es sind alles Bücher», sagt Daniela Binder, «die wichtige Themen unseres Lebens gleichzeitig tiefsinnig, aber auch leicht und hoffnungsfroh angehen.»

Um nicht in eine Erzählroutine zu fallen, die sie selbst langweilen würde, wählt Daniela Binder jeweils gemeinsam mit den jeweiligen Bibliothekarinnen zwanzig Frühlingsbücher aus einer persönlichen Liste von sechzig Büchern aus, die sie allesamt gelesen und für gut befunden hat. Es ist Ehrensache, dass sie sie alle aus dem Stegreif zusammenfassen und von ganzem Herzen empfehlen kann.

Ihre Lesungen haben dementsprechend Erfolg. Viele der zwanzig Bücher, die sie an diesem Abend so locker vorgestellt hat, wurden gleich ausgeliehen. Daniela Binder hat angeregt und überzeugt.

Strahlend packt sie ihre Tasche und eilt zur Forchbahn. «Auf der Hinfahrt fuhr ich mit Ihnen im Abteil», sagt sie unter der Tür zu einer eleganten Dame, «ich habe mir gedacht, sie sähen aus wie ein Mensch, der Bücher liest und habe heimlich mit mir gewettet, ob ich sie im Publikum entdecken werde.» Daniela Binders Blick hat sich beim Lesen nicht nur für Bücher geschärft. (db)

 

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Freitag, 11. April 2014

Zu Fuss über den Gotthard

Die 18-jährige Vera Meier ist in Zollikon zwischen Berg und Dorf aufgewachsen. Bewegung ist für sie etwas vom Wichtigsten im Leben. Es verwundert also nicht, dass sie sich auch für ihre Maturarbeit sportlich betätigte.

Die aktive Schülerin der Kantonsschule Küsnacht möchte Kinderärztin werden und mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass es den Jüngsten in unserer Gesellschaft gut geht.  In ihrer Tätigkeit als Leiterin bei den Pfadfindern hat sie bereits seit einiger Zeit die Möglichkeit, Kinder glücklich zu machen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Es sei für sie spannend zu sehen, wie sich die einzelnen Kinder in der Gruppe persönlich entwickelten

Neben der Pfadi spielt Vera Meier Fussball in der 3. Liga und Geige am Konsi. Eine Karriere in der Musik konnte sich die junge Zollikerin aber nie vorstellen. «Der Konkurrenzkampf, gerade wenn man Geige spielt, ist riesig. Nur sehr wenige Leute haben die Möglichkeit, mit ihrem Talent auch Geld zu verdienen. Und den Berufswunsch der Kinderärztin habe ich schon lange. Als Hobby ist die Musik aber etwas Wunderbares. 

Grundsätzlich liebt die engagierte Vera Meier die Vielfalt an Freizeitaktivitäten, die sie ausübt. «Es macht mir Spass, viele verschiedene Dinge zu machen», sagt sie. Die Bewegung steht dabei immer hoch im Kurs. So war es naheliegend, dass auch ihre Maturarbeit etwas damit zu tun haben sollte. «Als wir dann in der Physik mit einem Velo ein Radio antreiben konnten, kam mir die Idee, Wandern und Energie zu verbinden. Ich wollte den Energieverbrauch zweier Menschen vergleichen, die auf verschiedene Arten von A nach B kommen.»

Von Erstfeld nach Bodio

Die zentrale Frage in Vera Meiers Maturarbeit lautete dann, ob eine Person, die zu Fuss über die NEAT-Strecke von Erstfeld nach Bodio wandert, mehr oder weniger Energie verbraucht, als eine Person, die im Zug sitzend durch den Tunnel fährt. Der grösste Teil dieser Arbeit sei sehr theoretisch gewesen, sagt sie. Den Energieverbrauch der Person, die wandert, errechnete sie aber am eigenen Körper. Besonders die Umgebung, die Vegetation und die topografischen Anforderungen imponierten ihr. Den direkten Vergleich, was den Energieverbrauch angeht, hat Vera Meier zwar verloren, meint aber: «Ich habe dafür viel mehr erlebt, als wenn ich mit dem Zug durch einen Tunnel fahre. Die Landschaft war atemberaubend und ich bereue keine Minute.

Die Maturarbeit ist fertiggestellt und die Abschlussprüfungen stehen vor der Tür. Bevor sich Vera Meier dann der Herausforderung eines Medizinstudiums stellen wird, möchte sie ein Zwischenjahr einlegen. «Ich möchte nach Indien, um dort Hindi zu lernen. Mein Vater kommt aus Indien und das Land gefiel mir immer sehr gut. Ebenfalls möchte ich eine Saison als Skilehrerin im Wallis arbeiten. Erstens weil ich sehr gerne Ski fahre, zweitens weil ich so mein Französisch verbessern kann.» (fh)

 

Das ausführliche Persönlich lesen Sie im «Zolliker Bote» vom 11. April 2014.

 

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Donnerstag, 10. April 2014

Konträre Ansichten bei der Schule

Zollikons Finanzen, die Siedlungspolitik sowie die Ortskernentwicklung bestimmten die Podiumsdiskussion mit allen Gemeinderatskandidaten. Bei den beiden Anwärterinnen fürs Schulpflegepräsidium zeigten sich die Unterschiede deutlich.

Rund 100 Personen kamen am Dienstagabend in den Gemeindesaal ans Zolliker Wahlpodium. Auf dem Prüfstand standen  alle Gemeinderatskandidaten sowie die beiden Anwärterinnen fürs Schulpflegepräsidium, das ebenfalls Einsitz in die Exekutive nehmen wird.  In einer ersten Runde wurden Gemeindepräsidentin Katharina Kull-Benz (FDP) sowie die zur Wiederwahl antretenden Gemeinderäte Urs Fellmann (FDP), Martin Hirs (SVP) und Marc Raggenbass (FDP) zusammen mit den Neulingen Bernhard Ecklin (SVP), Valentin Kuster (SP) und Sascha Ullmann (GLP) befragt. Wie sich Zollikon im Jahr 2022 präsentiert, wollte der Moderator als Erstes wissen. Eine konkrete Vision nannte der Grünliberale Sascha Ullmann, dem bis dahin auf dem Schulhausdach eine Solaranlage vorschwebt. Bald kam die Runde auf Zollikons Finanzen zu sprechen. Das kurzfristige Denken, das jeweils nur bis zum nächsten Steuerfuss dauere, müsse geändert werden, meinte SP-Kandidat Valentin Kuster, gefragt sei eine langfristige Planung. Diese sei bereits heute vorhanden, entgegnete Urs Fellmann. Die laufende Rechnung sei ausgeglichen, das strukturelle Defizit gelte es in den nächsten vier Jahren zu beseitigen sowie die Fremdmittel zu reduzieren. Dass Sparen nicht immer gleich wehtun muss, ebenfalls eine Aussage des Sozialdemokraten, verneinte Marc Raggenbass, eine Lösung könnte auch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Gemeinden sein, «eine effiziente Prozessoptimierung, die niemandem Schmerzen zufügt». Die Gemeinde müsse auch wegkommen vom Perfektionismus, meinte Martin Hirs, auch ein „Gut“ könne stehen gelassen werden, es gelte nicht, immer die Bestnote zu erreichen.

 

Regulierter oder freier Wohnungsmarkt?

Beim Thema Siedlungspolitik stellte der Polizeivorsteher Martin Hirs in Frage, dass der Bevölkerungsmix Aufgabe der Gemeinde sei. Der Markt sowie die Bau-und Zonenordnung (BZO) würden diesen bestimmen. Auch Katharina Kull-Benz sieht in der BZO nur begrenzt ein Lenkungsinstrument, sie stellte das baldige Vorliegen der Teilrevision in Aussicht, die eine Durchgrünung vorschlagen werde. «Ein besserer Bevölkerungsmix kann mit kleineren Wohnungen erreicht werden», sagte Urs Fellmann, kleinere Wohnungen seien finanziell wie altersbedingt für viele von Vorteil..

Bei der Ortskernplanung war sich die Runde einig, dass der Dorfkern lebendiger, ausgestattet mit Einkaufsmöglichkeiten und Wohnraum für Jung und Alt daherkommen soll. «Beim ganzen Wunschkonzert müssen die Kosten- und Projektkontrolle aber stets vorhanden sein», warnte Bernhard Ecklin. Vielleicht sei auch eine Priorisierung des 56-Millionen-Baus des WPZ Blumenrain angebracht, bevor weitere Projekte in Angriff genommen würden.

Kontroverser präsentierte sich die zweite Runde mit den Anwärterinnen fürs Schulpräsidium. Während sich die für die FDP ins Rennen geschickte Corinne Hoss für eine Stärkung der Volksschule einsetzte, sieht die Parteilose Dominique Schönbeck zwischen Volks- und Privatschulen keinen Konkurrenzkampf. Auch die Frage, ob das Schulsekretariat Diener der Schulpflege oder der Schulleitung sein soll, beantworteten die beiden unterschiedlich. Während die Primarlehrerin Schönbeck die Schulleitung dafür vorsieht, ist das Schulsekretariat für Corinne Hoss in erster Linie Anlaufstelle für Eltern und die Schulpflege. Deren Mitwirkung schätzt die aktuelle Schulpflegerin sehr bei projektbezogener Mitarbeit und Schulbesuchen. «Wenn es ins Pädagogische geht, sollen Eltern aber nicht mitreden», stellte Corinne Hoss klar fest. Für Dominique Schönbeck geht es nur gemeinsam, Noten müssten immer auch begründet werden können. Für sie ist auch klar, was das neue Amt an Arbeitsbelastung mit sich brächte: Die Pensumsberechnung von 35 % stehe fest. Mit einem höheren Pensum rechnet Corinne Hoss, zumindest am Anfang müsse mit 50 bis 60 % gerechnet werden, um eine sorgfältige Einarbeit sicherzustellen. Ungleich präsentierten sich die beiden Frauen auch bei der Frage aus dem Publikum punkto Zentralisierung der Kindergärten: Während sich die Freisinnige als Verfechterin dieser zeigte, bezeichnete sich Dominique Schönbeck als Anhängerin der Quartierkindergärten. (mmw)

 

Lesen Sie den ganzen Artikel im aktuellen «Zolliker Bote» vom 11. April 2014.

 

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Freitag, 4. April 2014

«Die Leistung soll bewertet werden und nicht die Präsenzzeit»

Die Zollikerin Nanette Steiner hat mit ihrer Geschäftspartnerin Jill Altenburger Soblik die erste Schweizer Online-Jobbörse für qualifizierte Mütter auf die Beine gestellt. Letzen Donnerstag ging jobsfürmama.ch online. Vom Start sei sie fast schon etwas überrumpelt geworden, sagt die junge Mutter.

 

Frau Steiner, Sie sind selbst Mutter zweier Kinder. Wie schwierig war für Sie der Wiedereinstieg?

Sehr schwierig. Eigentlich hat er ja gar nicht geklappt. Ich hatte eine gute Stelle bei einem Weltkonzern mit viel Verantwortung. Als ich schwanger wurde und das Gespräch mit meinen Vorgesetzten suchte, hiess es ziemlich deutlich, dass ich nach dem Mutterschaftsurlaub 100 Prozent weiterarbeiten oder ganz aufhören müsse. Darüber war ich sehr traurig. Ich entschied mich für eine Pause, weil ich wusste, dass es als Schwangere praktisch unmöglich sein würde, eine neue Stelle zu finden. Danach gestaltete sich die Stellensuche noch schwieriger. Entweder fand ich nur Jobs, für die ich überqualifiziert war oder solche, die nicht flexibel genug waren, nicht familiengerecht.

 

Was heisst für Sie eine attraktive, familiengerechte Arbeit, wie muss ein Job aussehen, damit er für Mütter passt?

Für eine Stelle mit viel Verantwortung braucht es sicherlich ein Pensum von mindestens 50 Prozent. Auch muss eine gewisse Flexibilität gewährleistet sein. Eine Mutter muss ihre Arbeitsstelle am Abend zwar beizeiten verlassen können, um für ihre Kinder dazu sein, sie ist aber durchaus gewillt, ihre Arbeit später am Abend zu Hause weiterzuführen. Eine Arbeitskraft soll anhand ihrer Leistung, nicht anhand ihrer Präsenzzeit bewertet werden.

 

Ihre eigene Erfahrung hat Sie bewogen, zusammen mit Ihrer Geschäftspartnerin die erste Schweizer Online-Jobbörse für qualifizierte Mütter auf die Beine zu stellen. Warum glauben Sie, dass eine solche Stellenbörse notwendig ist?

In vielen Unternehmen mangelt es an Fachkräften, diese Lücke möchten wir mit jobsfürmama.ch schliessen. Heute verfügen mehr Frauen als Männer über einen Uni-Abschluss. Da ist es doch volkswirtschaftlich gesehen ebenso unsinnig, wenn diese Bildungsinvestitionen nicht zurückfliessen würden, wie es für Unternehmen schade ist, wenn sie diese Ressource „Mütter“ einfach brach liegen lassen.

 

Warum sind Ihrer Meinung nach Mütter für Unternehmen wertvoll?

Mütter werden von den meisten Unternehmen falsch eingeschätzt, sie gelten in erster Linie als ausfallgefährdet. Die Realität sieht aber anders aus.  Mütter arbeiten sehr effizient, sie wissen um ihre Deadline. Sie sind belastbar, teamfähig, verantwortungsbewusst und Organisationstalente, schliesslich managen sie erfolgreich ihre Familie wie ein Kleinunternehmen. Frauen, die Arbeit und Familie vereinen möchten, sind zudem meistens sehr motiviert und auch treue Mitarbeiter, denn mit einer Familie wechselt man nicht so rasch den Arbeitsplatz.

 

Warum richten Sie sich mit Ihren Angeboten vor allem an hoch qualifizierte Mütter?

Meine eigene Situation sowie auch das Feedback vieler anderer Mütter hat mir gezeigt, dass es vor allem für gut qualifizierte Mütter, die über eine Ausbildung und/oder einen Studienabschluss verfügen, an Teilzeitjobs, Projekt- oder Homeofficearbeit mangelt. Sie haben Mühe mit dem Wiedereinstieg, weil sie für viele angebotene Teilzeitstellen überqualifiziert sind.

 

Lesen Sie das ganze Interview mit Nanette Steiner im aktuellen «Zolliker Bote» vom 4. April 2014.

 

Link zur neuen Mamajobbörse: www.jobsfürmama.ch

 

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Freitag, 4. April 2014

«Die Schweiz ist ein Bijou»

An einem massiven Holztisch in seinen Büroräumlichkeiten in Zollikon empfängt mich Klaus J. Stöhlker, PR-Berater für Firmen und öffentliche Personen. Viele Grössen aus Politik und Wirtschaft sassen bereits an dieser Stelle. Noch heute wirkt der 76-Jährige in seiner Firma mit, die bereits seit einiger Zeit von seinen beiden Söhnen geführt wird.

Bereits als 15-Jähriger schrieb Klaus J. Stöhlker seine ersten Artikel für eine Zeitung. Als junger Journalist absolvierte der in Ludwigshafen am Rhein geborene PR-Berater nach dem Abitur während zwei Jahren Volontariate bei Lokalzeitungen in seiner Heimat. Er erinnert sich: «Ich war sehr fleissig. Ich habe teilweise vier verschiedene Veranstaltungen an einem Abend besucht, um über diese zu berichten.» Pro geschriebene Zeile wurden ihm damals 8 Pfennige bezahlt. Kurz nach seinem Berufseinstieg arbeitete der junge Journalist zwei Jahre beim Südwestfunk und produzierte über zwanzig Dokumentarfilme über die Schweiz, die ihn  seither nicht mehr los liess. Ein glücklicher Zufall wollte es, dass er durch einen Freund im Wallis seine Schweizer Frau kennenlernte.  Seine Frau, mit der er dieses Jahr 45 Jahre verheiratet ist, stammt aus einem 400-Seelendorf im Wallis. Kennengelernt hat er sie im April, geheiratet haben sie im November. Gerade acht Mal haben sich die beiden getroffen, bevor sie beim neunten Mal vor den Traualtar getreten sind und sich danach gemeinsam in Deutschland ein Zuhause eingerichtet haben. Bald jedoch war das Heimweh nach der Schweiz, die Klaus J. Stöhlker noch heute als Bijou bezeichnet, stärker. «Wir entschieden uns also, in die Schweiz zu ziehen. Nach zahlreichen abgelehnten Bewerbungsversuchen als Journalist entschied ich mich, etwas Neues auszuprobieren und bewarb mich bei einem renommierten PR-Haus.» Bald zog es das Paar nach Zollikon ins Langwattquartier, mit dem es sich noch heute sehr verbunden fühlt. Dem Zollikerberg sind sie treu geblieben . Sie wohnen seit 1992 in der Deisten. So schnell wie die Liebe entwickelte sich auch die Karriere des Beraters und PR-Profis. Er wurde Vize-Direktor bei einer grossen Firma, danach, abgeworben vom ehemaligen Zolliker Nationalratspräsidenten Ulrich Bremi, fand er den Weg als Berater in der Politik.

In seiner beruflichen Karriere hat Klaus J. Stöhlker alles erreicht, was er wollte. Und auch heute noch arbeitet er leidenschaftlich mit seinen Kunden. Durch seine berufliche Tätigkeit habe er auch viele Privilegien genossen. Er habe die Möglichkeit gehabt, viel in der Schweiz herumzureisen und sie von vielen verschiedenen Seiten kennenzulernen. Er liebt Geschichte und so ist es naheliegend, dass er sich auch gut über die Geschichte von Zollikon informiert und viel darüber gelesen hat. Zollikon ist seine Heimat geworden. Neben der Nähe zur Stadt liebt er vor allem den Zolliker Wald. Oft spaziere er früh morgens durch den Wald vom Zollikerberg in sein Büro im Dorf. Auch einkaufen tut er lokal. «Es ist mir ein Anliegen, das Gewerbe hier zu unterstützen.»

Der Schweiz verbunden

Zollikon sei für ihn eine Gemeinde mit Charakter. Die Bepflanzung, die Strassen und die Häuser seien schön und er lebe mit grossem Vergnügen im Zollikerberg. So oder so fühle er sich der klassischen Schweiz sehr verbunden. Vom Wallis sei er in mehr als einer Hinsicht verführt worden. Einmal von seiner Frau, einmal von der Atmosphäre. Das politische System in der Schweiz sei einzigartig, Literarisch habe die Schweiz ebenfalls viel zu bieten, wenn die Elite der guten Autoren auch dünner geworden sei. Viel Zeit für Freizeitaktivitäten bleiben dem fleissigen Arbeiter nicht. Er selber sagt aber, er habe seine Tätigkeit nie als Arbeit gesehen. «Ich habe immer gemacht, was mir gefällt, was ich eh gerne tue. Dass ich gleichzeitig noch Geld damit verdienen konnte, ist ein glücklicher Umstand. Mir ging es nie ums Geld. Der Spass an der Arbeit stand für mich immer im Vordergrund. Und wie man sieht, bin ich nicht so schnell zu ermüden.» Klaus J. Stöhlker ist immer in Aktion. Schreiben brauche sehr viel Zeit. Eben auf den Markt kam sein neustes Buch «Hat die Wirtschaft ein Gewissen», in dem sich alles um Ethik und Moral dreht. (fh)

 

Das ganze Persönlich lesen Sie im «Zolliker Bote» von Freitag, 4. April 2014.

 

 

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Donnerstag, 3. April 2014

Kein Ökostrom für die Liegenschaften der Gemeinde

Was in Küsnacht und Erlenbach selbstverständlich ist, gilt nicht für Zollikon: Die Gemeinde bezieht für ihre eigenen Liegenschaften keinen Ökostrom.

Seit diesem Jahr erhalten die Zolliker Haushalte standardmässig Naturstrom, die Gemeinde hat auf erneuerbare Energien als Basisangebot umgestellt (der ZoBo berichtete). Wie von den Werken am Zürichsee, die für die Strom-, Erdgas- und Wasserversorgung in Zollikon zuständig sind, zu erfahren ist, machen von 8198 Stromverträgen in Zollikon 5504 vom neuen Grundangebot Naturstrom basic Gebrauch, 93 Kunden beziehen ein individuelles Naturstromprodukt und 2601 Kunden haben den Mixstrom bestellt. Knapp ein Drittel nutzt also nicht den um 0.95 Rappen pro Kilowattstunde teureren Ökostrom, sondern bestellt den etwas günstigeren Mix mit Atomstrom.

Zu ihnen gehört auch die Gemeinde. Der Gemeinderat habe letzten Sommer entschieden, für das Jahr 2014 für die Gemeinde inklusive Schule und alle angegliederten Betriebe wie dem Schwimmbad Fohrbach oder den Wohn- und Pflegezentren keinen Naturstrom zu beziehen, heisst es auf Anfrage. Die Mehrkosten würden sich auf circa 31'000 Franken belaufen. Diese Kosten seien der Grund für den Verzichtsentscheid des Gemeinderates, sagt Gemeindeschreiberin Regula Bach, die Gemeinde müsse weiterhin sparen.

 

Früh umgestellt

Anders sieht es in den Gemeinden Küsnacht und Erlenbach aus, welche ebenfalls von den Werken am Zürichsee beliefert werden. «Für die Gemeindeliegenschaften beziehen wir seit Jahren Naturstrom, also bereits bevor die Gemeindeversammlung den Naturstrom zum Standard erklärt hat», sagt Andreas Tanner, Leiter der Liegenschaften. Die Mehrkosten für Küsnacht würden sich nicht exakt beziffern lassen, da der Verbrauch beispielsweise bei der Kunsteisbahn auch stark von der Witterung abhängig sei. In Erlenbach sei es gar eine Selbstverständlichkeit, dass alle Liegenschaften der Gemeinde im Verwaltungsvermögen mit Naturstrom Basic versorgt werden, meint Gemeindeschreiber Hans Wyler. Dies gelte auch für die öffentliche Beleuchtung in der Gemeinde. «Beides galt bei uns schon, bevor wir das Grundangebot für die privaten Strombezüger auf Naturstrom umgestellt haben», der Aufpreis betrage vier Prozent gegenüber dem Atomstrom.

In Erlenbach besteht der Strommix aus 95 Prozent Wasserkraft und 5 Prozent Energie aus Biomasse bereits seit Januar 2012. Küsnacht und Zollikon beschlossen den Wechsel im vergangenen Jahr. Während in Küsnacht etwas weniger als ein Drittel das Grundangebot nicht nützt, liegt die Zahl in Erlenbach leicht darüber. (mmw)

 

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Freitag, 28. März 2014

Ansteckende Singlust über die Generationen hinweg

Letztes Wochenende gelangte das Drei-Generationen-Chorprojekt „Singlust“ der Zolliker Musikschule zur Aufführung. Das Publikum liess sich vom Wetter nicht erschrecken, kam in grossen Scharen und wurde reich belohnt: Während draussen Petrus tobte und samstags erst Regen, sonntags gar Schnee schickte, jubelten die Stimmen im Innern der Berg- und Dorfkirche in fröhlichster Weise dem Frühling entgegen.

Singlustig sind sie alle im Projektchor, die Jungen wie die Alten. Und zahlreich, 112 Sängerinnen und Sänger im Ganzen, 42 darunter zählen unter zwanzig Jahre. Seit Januar schon singen sie einmal wöchentlich zusammen und zusätzlich nun vor den beiden Aufführungen noch zwei Samstage dazu. Die Singlust hat sie eben vollends gepackt. Michael Gohl, Dirigent und Leiter der Musikschule Zollikon, hat sie alle angesteckt.

Einmal mehr hat er stilübergreifend verschiedene Chorgesänge lustvoll zusammengestellt und seine Freude über die gelungenen Arrangements über seinen Taktstock auf alle Mitwirkenden – und zuletzt auch aufs Publikum – übertragen.

Ewa Klockiewicz, beinahe 40 Jahre Musikschullehrerin und nun seit zwei Jahren pensioniert, singt begeistert mit. Ihre Begeisterung hat sie auf ihren Enkel und ihre Schwiegertochter übertragen, die beide ebenfalls im Chor mitsingen. «Mein Enkel Malik», erzählt sie, «hat bereits im Kinderchor der katholischen Kirche gesungen, welchen ich vor meiner Pensionierung geleitet habe. Er ist ein begabter Sänger – und seine Stimme hatte schon immer eine ansteckende Wirkung. Auf dem Spielplatz sangen all seine Freunde zuweilen die katholischen Kinderlieder mit.»

 

Lustvoll und professionell

Sie singen mit Lust, doch auch mit Ehrgeiz. Neunzig Minuten vor Konzertbeginn treffen sie sich zum Einsingen. Sowohl am Samstag wie am Sonntag. Ihr Anspruch, das Beste aus jeder Stimme herauszuholen, ist hoch. Doch es hat sich gelohnt, das hört man. Sei es im ersten Werk, der „Missa brevis, St’Johannis de Deo“ von Joseph Haydn, gesungen von den Erwachsenen; im lustigen Lied „ D‘Computer-Gschpänschter“ von Erika Kielholz des Kinderchors Zolliker Ohrewürm oder bei „I will follow him“ aus dem Film «Sister Act» des Jugendchors Cantolino unter der Leitung von Selina Weber Gehrig. Letztere und die zweite  Solosängerin Marlene Münger setzen mit ihren Einsätzen noch ein i-Pünktchen oben drauf.

Begleitet werden die Chöre an der Orgel von Oren Kirschenbaum sowie vom professionellen Orchester Collegium Cantorum, verstärkt durch die Musikschul-Lehrerband mit Esther Bächli (Piano), Ivo Caponio (Gitarre), Marcel Benedikt (E-Bass) und Thomas Ilg (Schlagzeug).

Gemeinsam aber schwingen sie sich alle noch höher hinauf, interpretieren die Beatles

Und singen mit Inbrunst. Im Auftrag des Singlust-Projektes hat der Bruder des Dirigenten – Teese Gohl, Filmmusikkomponist und Arrangeur in den USA – für diesen Anlass neun bekannte Beatles-Songs für Orchester, Erwachsenen-, Kinder- und Jugendchor arrangiert. Die bis auf den letzten Platz besetzte Kirche klatscht begeistert mit und so trägt das Publikum zum Schluss die fröhlich beschwingte Stimmung mit durch den kühlen unfreundlichen Abend nach Hause und in die nächste Woche hinein. Und wer weiss, wie viele nun zu Hause wieder ihre Beatles-CDs hervorholen, um selbst lustvoll mit zu summen. (db)

 

Lesen Sie den gesamten Artikel im aktuellen «Zolliker Bote» vom 28. März 2014.

 

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Freitag, 28. März 2014

Wo bleibt der Wille zur Verteidigung?

Dass der Steuerstreit der Schweiz mit den USA nach wie vor die Gemüter erhitzt, zeigte sich am Montagabend im Kirchgemeindehaus. Die SVP Zollikon lud zum Autorengespräch mit Staranwalt und Kommunikationsexperte.

An Gemeinderatsversammlungen und zuweilen auch an kulturellen Veranstaltungen trifft man häufig auf dieselben Gesichter im Publikum. Das Dorfleben besteht aus einem bestimmten Kreis Interessierter, könnte man fast meinen. Nicht so am Montagabend. Als die Zolliker SVP zur Veranstaltung «Die verschwiegene Geiselnahme – der Steuerkrieg der USA gegen die Schweiz» rief, waren auch Personen zu sehen, die sonst selten an öffentlichen Anlässen der Gemeinde anzutreffen sind. Das Kirchgemeindehaus war gefüllt bis auf den letzten Platz. An die hundert Personen sind gekommen, um einem Autorengespann zu lauschen, das kein Blatt vor den Mund nimmt. Der in den Medien häufig als «Milieu-Anwalt» titulierte Valentin Landmann und Publizist René Zeyer diskutierten mit dem Zürcher SVP-Kantonsrat Claudio Zanetti, der für Alfred Heer in die Bresche gesprungen ist, eines der schwärzesten Kapitel in der Geschichte der Schweizer Banken: den Steuerstreit der Schweiz mit den USA.

Thomas Gugler, Zolliker SVP-Kandidat für die Schulpflege, stellte den prominenten Anwalt als denjenigen vor, der überall alle Randgruppen vertritt: angefangen bei den Hells Angels bis zu den Prosituierten. Aber auch Banker gehörten zu seiner Klientel. Mit diesen Worten Guglers war der  Abend lanciert. Wie eine Mittelstreckenrakete legten die beiden Autoren los, die gemeinsam ein Buch zum Thema geschrieben haben. Von dieser Rakete redeten sie noch mehrmals während der folgenden anderthalb Stunden. Nicht aber vom Steuerstreit. Denn der inzwischen fünfjährige Streit sei eben kein solcher, sondern ein Krieg, ein «Steuerkrieg der USA gegen die Schweiz», wie die beiden unisono bekräftigten. Es sei kein Rechtsstreit, der hier ausgetragen werde. Keine auf rechtsstaatlichen Prinzipien und völkerrechtlichen Bestimmungen basierende, vor ordentlichen Gerichten ausgetragene Auseinandersetzung mit Verfahren, Anklage und Prozess, sondern «ein Krieg, bei dem alles erlaubt ist», wie René Zeyer sagte. Und hier sei  die  eigentliche Wurzel des Problems zu orten. «Wenn ein Problem nicht richtig benannt wird, kann es auch nicht gelöst werden», stellte er gleich zu Beginn weg fest. Valentin Landmann doppelte nach und sicherte sich den ersten Applaus des Abends: «Der Bürger versteht auch Komplexes. Was er nicht versteht, sind schlechte Erklärungen.»

 

Vom Anwalt zum Ankläger

Einen weiteren Beifall holte sich René Zeyer, als er berichtete, wie er gegen den amerikanischen Richter Jed Radkoff, der über den Vergleich mit der Privatbank Wegelin befunden hatte, Strafanzeige wegen Nötigung, Erpressung und Amtsmissbrauch eingereicht habe, während dieser in der Schweiz weilte. «Die Forderungen der USA waren erpresserisch.» René Zeyer zeigte mehrmals das Bild einer Geiselnahme auf: «Einen Rechtsweg gab es nicht, die USA drohten stets mit dem Deal, der hiess: Zahl oder du bist tot.» Die Schweizer Regierung habe es verpasst, die Rechtssouveränität des Landes gegen imperialistische Übergriffe zu verteidigen. 

Dass es keine rückwirkenden Gesetze geben darf, dass gestern noch legale Bankgeschäfte nicht rückwirkend für illegal erklärt werden dürfen, führte auch Valentin Landmann aus, der in Zollikon mehr als Ankläger denn als Anwalt auftrat.

Bevor Claudio Zanetti die Gesprächsrunde für Fragen aus dem Publikum öffnete, wollte er noch wissen, ob die Schweiz aus der ganzen Sache wenigstens Konsequenzen haben ziehen können und für ein nächstes Mal gewappnet sei. Die prominenten Gäste mochten das so nicht bejahen. Während der Anwalt sich davon überzeugt zeigte, dass es der Wille zur Verteidigung brauche, kehrte René Zeyer dahin zurück, wo er angefangen hatte: zur korrekten Benennung des Problems, die nach wie vor fehle. Falls dann doch einmal alles auf den Tisch gelegt und der Bürger nicht weiter angelogen werde, brauche es eine Strategie, die zurzeit weder Regierung noch Finanzplatz hätten. (mmw)

 

Lesen Sie den gesamten Artikel im aktuellen «Zolliker Bote» vom 28. März 2014.

 

 

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Freitag, 28. März 2014

«Hier zu arbeiten ist ein absolutes Privileg»

Der Basler Christoph Pachlatko ist seit 26 Jahren Stiftungsdirektor der Schweizerischen Epilepsie-Stiftung. Er macht seine Arbeit mit offenem Blick für Neuentwicklungen. Nachdem 2009 die Öffnung von EPI-Park und Restaurant gelungen ist, steht nun die Eröffnung der Klinik Lengg bevor.

Seit gut einem Vierteljahrhundert schätzt Christoph Pachlatko, 58, seinen Arbeitsplatz hoch über dem See im zweiten Stock des Gründungshauses und hält die Geschicke der Stiftung gekonnt und zielgerichtet in seinen Händen. Knapp über 30 Jahre alt war er, als er zum Direktor gewählt wurde. Es war sein erster Vollzeitarbeitsplatz und zugleich seine Traumstelle. Und dies, obwohl die Schweizerische Epilepsie-Stiftung (kurz EPI) in Zürich liegt und nicht in seiner geliebten Heimatstadt, der er immer sehr verbunden blieb. Der in Riehen aufgewachsene Basler hat über all die Jahre seinen Dialekt nicht verloren, ist dem FC Basel treu geblieben und unterliess es auch kein einziges Mal, über die Basler Fasnachtstage frei zu nehmen. «Doch ich habe es keinen Moment bereut, als Basler nach Zürich gezogen zu sein», sagt er, «hier zu arbeiten ist ein absolutes Privileg – es ist es wert!» Und so ist er nicht eigentlich nach Zollikon und Zürich gezogen, sondern viel mehr in die EPI. 

Christoph Pachlatkos Traum war es von Kind weg, später einmal eine soziale Institution zu leiten. Vorbild war ihm dabei nicht zuletzt auch sein Vater, der als Pfarrer das Diakonissenhaus in Riehen geführt hatte. Gradlinig verfolgte er sein Ziel, studierte zuerst Theologie in Basel und schloss anschliessend an der Hochschule St. Gallen im Zweitstudium auch Betriebswirtschaft ab. Mit der Dissertation wurde er, welch glückliche Fügung, gerade rechtzeitig fertig, um sich für die Stelle des Direktors der EPI zu bewerben. «Mein Studentenpfarrer machte mich auf das Stelleninserat aufmerksam und ermutigte mich, mich trotz meiner jungen Jahre und geringer Erfahrung zu bewerben», erzählt er. «Es war immer mein Wunsch, mich für Menschen einzusetzen, die ein schwieriges Schicksal haben,» sagt Christoph Pachlatko. Mit den von Epilepsie betroffenen Patienten, den Oberstufenschülern oder den Lehrlingen des Jugendheimes hat er in seinem Arbeitsalltag zwar nicht direkt zu tun. Seine Aufgabe ist es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Fachleute der diversen Stiftungsbetriebe ihre Arbeit unter möglichst guten Bedingungen tun können. 

Stets die Zukunft im Blick

Nach all den Jahren sind ihm die Schicksale epilepsiebetroffener Patienten und ihrer Angehörigen sehr nahe. Er weiss, wie sehr ein solches Schicksal Menschen aus der Bahn werfen kann, er kennt die Probleme, die sich daraus in der Familie, Partnerschaft und Arbeitswelt ergeben können. „Zwei Drittel der Epilepsie-Patienten werden dank moderner Behandlung anfallsfrei oder erfahren eine wesentliche Besserung. Sie können ein normales Leben führen. Das ist sehr erfreulich. Doch natürlich sehen wir hier vor allem auch das dritte Drittel: All die Menschen, die durch ihre Epilepsie im täglichen Leben immer wieder neue Belastungen und Einschränkungen erfahren.“ Im Anblick dieser Schicksale schätzt es Christoph Pachlatko doppelt, dass «seine» gemeinnützige Stiftung eine ganzheitliche Betreuung anbieten kann: sowohl Medizin auf höchstem Niveau, als auch sozialpädagogische Betreuung und spezialisierte Pflege. Um diese Dienstleistungen auf höchstem Niveau auch in Zukunft zu garantieren, steht nun die Eröffnung der Klinik Lengg an. In Kooperation mit der Stiftung Zürcher Höhenkliniken wird sie zu den bewährten Dienstleistungen im Fachbereich der Epilepsie neu auch Dienstleistungen im Fachbereich der Neuro-Rehabilitation anbieten. Beruflich hat Christoph Pachlatko als Stiftungsdirektor Erfüllung gefunden. Und auch privat ist er glücklich: Seine Frau Claudia hatte, obwohl auch sie Baslerin, bereits vor ihm ein Stellenangebot aus Zürich angenommen: einen Lehrauftrag für Rhythmik und Klavierimprovisation an der Zürcher Hochschule der Künste. Sie behielt ihn auch, als die beiden nun erwachsenen Söhne David und Manuel noch klein waren, und geht ihm heute noch nach.

«Ich empfinde es als grosses Privileg», sagt er, «dass wir beide arbeiten und den Sinn unserer Arbeit tagtäglich vor Augen haben dürfen.» (db)

 

Das ausführliche Persönlich lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des «Zolliker Bote» vom 28. März 2014.

 

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Freitag, 21. März 2014

Gewerbeverein lud zum Polit-Apéro

Knapp hundert Leute versammelten sich letzten Donnerstagabend am Gwerblerträff in der Seegarage. Zum Auftakt der diesjährigen Behördenwahlen hatte der Gewerbeverein zum ungezwungenen Kennenlern-Apéro eingeladen.

«Es ist das erste Mal in unserer Verbandsgeschichte, dass wir zu einem Gedankenaustausch mit den Kandidatinnen und Kandidaten zur Erneuerungswahl unserer Behörden einladen», sagte Jürg Widmer, Präsident des Gewerbevereins und Ex-Gemeinderat. «Aus unserer Erfahrung sind die ungezwungenen Gespräche bei einem Apéro die wertvollsten. Deshalb soll es hier so unkompliziert wie möglich zu und her gehen.» Und er übergab das Wort Luca Giallella, dem Geschäftsführer der Seegarage, der die organisatorischen Details durchgab: Kleine Häppchen würden serviert , am Getränke- und Grillstand vor der Tür sei alles gratis zu haben und zum Schluss dürfe sich jeder noch eine kleine Lachsspezialität  aus dem Hause Dörig mit nach Hause nehmen – es sei das Geschenk seiner Schwiegereltern an den Gewerbeverein.

Das Konzept war ein Erfolg. Die Leute vermischten sich alsbald, Kandidatinnen und Kandidaten aller Parteifarben mit den Gewerblern, vertieften sich parteiübergreifend in angeregte Gespräche und versuchten, sich im besten Licht zu zeigen. Wobei dies für jede Seite galt: Bei den Erneuerungswahlen kandidieren dieses Jahr 38 Personen für 29 Sitze. Da zählt jede Stimme. Bei den Gewerblern zählt jeder Geschäftsabschluss. Eine gute Vernetzung hilft allen. Nun wird sich zeigen, welche Gespräche gewinnbringend waren. (db)

 

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Freitag, 14. März 2014

Von der Verkäufer-Lehre zum Direktor des Bundesamtes für Statistik

Wer von Georges Ulrichs Lebenslauf erfährt, wird staunen, auf welchem Weg er erreicht hat, was er heute ist: Direktor des Bundesamtes für Statistik und Chef über 850 Mitarbeitende. Sein direkter Vorgesetzter ist Bundesrat Alain Berset.

Dass es Georges Ulrich an die Spitze schaffen, seine Karriereleiter Stufe um Stufe hochklettern und vieles seinem Beruf unterordnen würde, hätte wohl kaum gedacht, wer den in Zollikon Aufgewachsenen in seinen Jugendjahren kannte. Viel lieber genoss er seine Jugend, traf seine Freunde in der Tiefgarage beim Zolliker Dorfplatz, zog um die Häuser, trieb Sport und war Sänger in einer Hardcore Punk-Band. In der Migros absolvierte er eine Lehre als Verkäufer, bevor er vom Reisefieber seiner beiden Schwestern angesteckt wurde.

Bereits zu dieser Zeit kreuzten sich Georges Ulrichs Wege aber mit derjenigen Tätigkeit, die nach und nach seine Zukunft prägen sollte: Für Meinungsforschungsunternehmen machte er Umfragen, der Lohn floss in seine Reisekasse.

Berufsbegleitend bis zum Doktortitel

Die Wende kam mit der ersten festen Beziehung. Je länger desto deutlicher hätte es bei ihm Klick gemacht, sagt er heute, sein «Knopf» sei aufgegangen. Beim ehemaligen GfS Forschungsinstitut stieg er als Interviewer ein, arbeitete sich zum Sektions- und Abteilungsleiter hoch, weiter in den Verwaltungsrat und wurde schliesslich CEO. Daneben kam er über etliche Selektionsprüfungen an die Fachhochschule, wo er Betriebsökonomie studierte, bevor er an der University of Southern Queensland in Australien ein MBA machte und danach in einem Kooperationsprojekt der beiden Schulen im Bereich Stakeholdermanagement und Kommunikation promovierte. Alles berufsbegleitend. Ein richtiges Leben habe er aber nicht mehr gehabt, jahrelang habe er alles vernachlässigen müssen, was ihm bis anhin lieb und teuer gewesen war. Statt Freunde und Ausgang bestimmten fortan Arbeiten, Schulbücher und Klassenzimmer sein Leben. Rückblickend meint er, wäre es wohl einfacher gewesen, hätte es ihn schon früher gepackt. «Der Aufwand, es ins Gymi oder zumindest die Sek A zu schaffen, wäre wahrscheinlich kleiner gewesen, als später alles nachholen zu müssen.»

2010 war Georges Ulrich in Vorbereitung auf seine Professur, Verwaltungsrat, Institutsleiter und CEO beim GfS-Befragungsdienst, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für praktische Sozialforschung und als Lehrbeauftragter auf Bachelor- und Masterstufe tätig, als sich das erste Kind ankündigte. «18-Stunden-Tage waren damals normal für mich.» Ferien hätten er und seine Frau Michèle praktisch nur noch vom Hörensagen gekannt. Im Wissen, dass dies mit einer Familie kaum unter einen Hut zu bringen war, wechselte er von der Privatwirtschaft in die öffentliche Verwaltung. Knapp drei Jahre später folgte die Berufung zum Direktor des Bundesamtes für Statistik. Georges Ulrich durchlief das Selektionsverfahren erfolgreich, seit letztem Herbst geht er als Direktor des Bundesamtes für Statistik in Neuchâtel ein und aus.

Von der Familie gestützt

Über sich selber hat Georges Ulrich in seinem Leben viel gelernt. Gelernt, dass erreicht werden kann, wenn etwas auch wirklich erreicht werden will. Und mit Macht umzugehen ­­– eine Fähigkeit, die es in seiner Position zweifelsohne braucht. Egal, wie weit oben er ist, seine stabilen Werte sind seine Freunde und seine Familie, die für ihn das Wichtigste sind und die er regelmässig um sich haben möchte.Der monatliche Stamm mit seinen Zolliker Freunden gehört da genauso dazu wie seine Frau, seine beiden Kinder und die weitere Familie.  «Die Geburt meiner Kinder haben ein Umdenken in meinen Leben bewirkt.» Auch seinen Eltern, die noch heute in Zollikon zuhause sind, verdankt Georges Ulrich vieles. Er durfte nicht nur eine behütete Kindheit im Dorf geniessen, seine Eltern hätten ihm auch stets die Zeit gelassen, die er brauchte. Zeit, um Kind zu sein, aber auch Zeit, um seinen Weg zu finden. Was auch immer er hätte machen oder werden wollen, er fühlte sich von seiner Mutter und seinem Vater stets gestützt. «Diese Stütze trägt mich bis heute.» (mmw)

 

Lesen Sie das ausführliche Persönlich im aktuellen «Zolliker Bote» vom 14. März.

 

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Fröhlich Info AG