Er ist 18 Meter lang, gut 140 Personen finden Platz darin und er verkehrt während den Hauptverkehrszeiten auf der Strecke zwischen Küsnacht-Itschnach und dem Zürcher Bellevue: der neue Gelenkbus der Autobusbetriebe Zürich-Zollikon-Küsnacht (AZZK).
Es ist Mittwochmorgen, kurz nach 5.30 Uhr, als Pawel Rutkowski das 18 Meter lange Fahrzeug aus dem Depot an der Gustav-Maurer-Strasse in Zollikon fährt. Bis nach Küsnacht-Itschnach ist er noch allein. Der Kurs 912 fährt kurz vor 6 Uhr ab Itschnach Richtung Zürich-Bellevue. «Es ist wunderschön zum Fahren», berichtet Rutkowski nicht ohne Stolz. Immer wieder schweift sein Blick in die Rückspiegel. Gerade in den Kreiseln muss er weit ausholen, damit der Teil hinter dem Gelenk nicht ab der Strasse kommt.
Zuwachs in Itschnach Aus welchem Grund hat sich der AZZK zwei Gelenkbusse zugelegt? Und weshalb werden sie nur auf der Strecke 912 zwischen Itschnach und Bellevue eingesetzt? «Auf dieser Strecke ist das Fahrgastaufkommen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Vor allem in Itschnach wurde viel gebaut, und diese Menschen steigen immer mehr auf den öffentlichen Verkehr um», erklärt Markus Sujata, Betriebsleiter der AZZK. Bis jetzt musste in den Monaten September bis April deshalb während den Hauptverkehrszeiten - das heisst, zwischen 6 und 9 Uhr und von 16 bis 19 Uhr - jeweils kurz hinter dem offiziellen Kurs ein Entlastungskurs eingesetzt werden. «Dank dem Gelenkbus, in dem gut 50 Personen mehr Platz finden, fallen diese Entlastungskurse weg», erklärt Sujata den Vorteil.
Keine grossen Probleme Die beiden neuen Busse sind 18 Meter lang - müssen jetzt alle Haltestellen und das Depot in Zollikon umgebaut werden? «Nein. Es gibt nur ein paar wenige heikle Haltestellen, ansonsten gibt es keine Probleme», meint Sujata. Im Depot mussten lediglich ein paar Busse umgestellt werden. Man werde sich aber überlegen, im Rahmen von normalen baulichen Massnahmen - wenn zum Beispiel neue Leitungen verlegt oder ein Trottoir neu geteert werden muss -, die betroffenen Haltestellen auf die Strasse zu verlegen, «so wie es in der Stadt auch üblich ist».
Es ist mittlerweile gut 15 Minuten nach 6 Uhr. Beim Bellevue vor dem Globus sind die letzten Fahrgäste ausgestiegen. Leer fährt Pawel Rutkowski auf die andere Seite beim See, um die neuen Fahrgäste aufzunehmen. Beim «Terrasse» ist Fingerspitzengefühl gefragt. Es wird eng bei der Kehre. «Aber es reicht», weiss der Chauffeur. Wie alle anderen, hat auch er während den letzten zwei Wochen mit dem neuen Arbeitsgerät eine Fahrstunde absolviert.
Der Winter wird kommen Der 18 Meter lange Bus bringt auch ein paar Tonnen auf die Strasse. Markus Sujata weiss deshalb noch nicht, wie es im Winter aussehen wird. «Durch die Teilung des Fahrzeuges mit einem Gelenk wird der Bus bei winterlichen Verhältnissen schwer zu kontrollieren. Wenn also der Chauffeur die Fahrt zu gefährlich einstuft, werden wir bei extremen Verhältnissen wieder den normalen Bus auf der Strecke 912 einsetzen.» Doch noch fällt kein Schnee, und so fahren ab sofort während den Hauptverkehrszeiten auf der Strecke 912 zwischen Itschnach und Bellevue die beiden neuen Gelenkbusse.
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