Zollikon Zumikon

Secondhand ist oft erste Wahl

In Zollikon und Zumikon sind Kinderkleiderbörsen ihrer guten Qualität wegen besonders beliebt. Auch für die Veran­stalter sind sie ein wichtiger Zustupf.

Jüngst sind in Zollikon und auch in Zumikon die Kinderkleiderbörsen über die Bühnen gegangen: beide ein voller Erfolg. Und das auch in finanzieller Hinsicht. In Zumikon profitierte das Freizeitzentrum (FZZ) im vergangenen Jahr in der Höhe von 2300 Franken von seinen beiden Börsen. Das Geld macht das Defizit der Einrichtung ein klein bisschen schmaler. Wobei natürlich die Unterstützung der Börse durch das FZZ in Form von Marketing, Organisation etc. nicht in Rechnung gestellt wird.

In Zollikon freut sich der Familienclub über die Einnahmen. «Und auf dieses Zubrot sind wir angewiesen», unterstreicht Helferin Andrea Ullmann. Beide Angebote könnten ohne den nicht unerheblichen Einsatz von Helferinnen nicht stattfinden. Und diese helfenden Hände werden ja nicht nur während der Börse selbst gefordert. Zuvor müssen die Kleidungsstücke entgegen genommen und sortiert werden. Und die potenziellen Verkäuferinnen können schon einige Stunden nach der Börse ihre nicht verkauften Kleidungsstücke und ihren Gewinn abholen. Das heisst: Alle Kleider, die zuvor den entsprechenden Grössen zugeordnet waren, müssen nun wieder den Kisten der Verkäuferinnen zugeordnet werden. Und das zügig. Parallel wird gerechnet. In Zumikon gehen 70 Prozent des erzielten Preises geht an die Verkaufenden, engagieren sie sich gleichzeitig als Helfer, werden ihnen sogar 80 Prozent ausbezahlt.

Gute Qualität

Profitieren von den Angeboten tun aber auch viele Mütter. Die Börsen in Zollikon und Zumikon sind für ihre gute Qualität bekannt. Auch secondhand ist die Ware oft noch tipptopp. «Bei uns sind im März 1500 Kleidungsstücke über den Tresen gegangen. Darauf sind wir echt stolz», erklärt Patricia de Wilders vom Zumiker Organisationsteam. Dabei habe sich alles in zweieinhalb Stunden abgespielt. Das Ende der Börse wurde zwar auf 14 Uhr angesetzt, «aber die Mütter kommen alle am Vormittag.» Eigentlich logisch: Die Börse findet traditionell an einem Mittwoch statt, da ist kein Unterricht am Nachmittag und die Kinder sind früh wieder zuhause. «Wir haben eine Umfrage durchgeführt, ob eventuell eine Börse am Abend gewünscht wird», erläutert Patricia de Wilders. Die Auswertung liegt noch nicht vor. «Aber gerade für berufstätige Mütter wäre das wohl eine gute Alternative.» Auf den Samstag wollen die Zumiker nicht gehen. «Der Samstag gehört einfach Zollikon, wir werden auf jeden Fall bei einem Wochentag bleiben», bestätigt die Niederländerin. Sie freut sich natürlich, dass auch das Freizeitzentrum von dem Anlass profitiert. «Ich fände es aber fast noch schöner, wenn ein konkretes Angebot damit gesponsert werden könnte.» Viele der Verkäuferinnen holen die Ware wieder ab, die nicht an die Frau gebracht werden konnte. Doch es gibt auch jene Spenderinnen, die auf nicht Verkauftes verzichten und es für eine Asylunterkunft in Stäfa zur Verfügung stellen.

In Zollikon werden vom Erlös der regelmässigen Kinderkleiderbörsen Familienclub-Anlässe finanziert, letztes Jahr konnte sogar eine grössere Spende an wohltätige Institutionen geleistet werden. Hier erhalten die Verkäuferinnen zwei Drittel des Preises, ein Drittel geht an den Club. Mittlerweile gibt es die beliebte Veranstaltung schon zehn Jahre. «An der vergangenen Börse konnten wir knapp 150 Besucher verzeichnen», erinnert sich Nadja Meier, die für die Veranstaltung verantwortlich ist. Doch sie weiss auch: Ist das Wetter zu gut, bleiben die Käufer weg. Nadja Meier sorgt auch dafür, dass es genug helfende Hände von Ehrenamtlichen gibt. «Eigentlich suchen wir immer Helferinnen, aber es gibt auch immer noch Mütter, die vor Ort aktiv sind, obwohl die eigenen Kinder schon gross sind. Das macht wohl den Zusammenhalt in einem Familienclub aus.» (bms)

 

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