Zollikon

Gemeindepräsidentin tritt ab

12 Jahre sind genug: Gemeindepräsidentin Katharina Kull-Benz wird nicht erneut für das Gemeindepräsidium kandidieren.

Der kommende Wahlfrühling wird spannend in Zollikon. Nicht nur den frei werdenden Sitz von Gesellschaftsvorsteher Marc Raggenbass gilt es neu zu besetzen (wir berichteten), auch der von Gemeindepräsidentin Katharina Kull-Benz (beide FDP) wird frei. «Es ist Zeit, den Stab in die Hände einer jüngeren Kraft zu übergeben», sagt die dienstälteste Gemeindepräsidentin im Bezirk Meilen. Katharina Kull-Benz steht Zollikon in ihrer dritten Amtszeit als Präsidentin vor, 2006 wurde sie gewählt und bereits da verfügte sie über einen reichen Erfahrungsschatz auf kommunaler Ebene: 16 Jahre lang war sie Mitglied der Schulpflege, 12 Jahre präsidierte sie diese. Seit 2003 sitzt die Freisinnige zudem im kantonalen Parlament und vor zweieinhalb Jahren wurde sie in den reformierten Kirchenrat gewählt. «Ich freue mich, nebst meinen zahlreichen Ämtern im Kantons- und im Kirchenrat mehr Zeit für die Familie zu haben», schreibt die Gemeindepräsidentin den Medien in ihrer Ankündigung. Nach reiflicher Überlegung habe sie sich entschieden, sich nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stellen. Anlässlich eines Porträts über Kantonsrätinnen gab Katharina Kull-Benz bereits im Frühsommer gegenüber der Zürichsee-Zeitung bekannt, auch für den Kantonsrat nicht erneut zu kandieren und somit Ende der Legislatur 2019 aus diesem auszuscheiden. Dass sich an dieser Situation nichts geändert habe, bestätigt die scheidende Gemeindepräsidentin auf Nachfrage.

Immer anspruchsvoller und komplexer

Mit Befriedigung blicke sie auf die letzten elf Jahre zurück, sagt Katharina Kull-Benz und zieht eine positive Bilanz. Ob mit der Einrichtung der 1.-Augustfeier auf der Allmend, dem Bau des Freizeitdienstes im Zollikerberg, dem Zusammenschluss der Betreibungsämter, der Integration der Musikschule in die Schule, dem Neubau des Wohn- und Pflegezentrums Blumenrain oder dem Kauf des Areals Wässerig, es gebe zahlreiche grosse und kleinere Projekte, die erfolgreich umgesetzt hätten werden können. «Erfolgreich deshalb, weil sich die Mitglieder des Gemeinderates dem Gesamtwohl verpflichtet fühlten und keine Partikularinteressen verfolgten», wie die Gemeindepräsidentin festhält. Heute erfolgten Veränderungen in immer kürzeren Zeiträumen, der Gemeinderat müsse sich daher ständig mit immer neuen Themen und Aufgaben auseinandersetzen und neue Lösungen für die eigene Gemeinde entwickeln, oft auch gemeinsam mit externen Fachleuten. «Dies verlangt ein sehr hohes zeitliches Engagement und die Bereitschaft jedes einzelnen Ratsmitgliedes, als Teamplayer und nicht als Einzelkämpfer einen Beitrag zu leisten.» Die erfahrene Politikerin auf kommunaler und kantonaler Ebene sagt, das Milizsystem komme an seine Grenzen, nehme die Belastung doch nicht nur zeitlich zu, sondern würden die Aufgaben immer anspruchsvoller und komplexer.

GLP und FDP in den Startlöchern?

Trotz der Freude über alles Erreichte gebe es aber auch zahlreiche Projekte und Aufgaben, die nicht oder noch nicht abgeschlossen sind. Jüngstes Beispiel ist die Ortskernentwicklung, die momentan ins Stocken geraten ist. «Natürlich hätte ich dieses Projekt gerne weiter begleitet und zu einem Abschluss gebracht», meint die Gemeindepräsidentin angesprochen auf den Zeitpunkt ihres Rücktritts bei ungewissem Ausgang über die Zukunft des Areals. Diese läge ihre sehr am Herzen, würden hier doch wichtige Weichen für die weitere Entwicklung des Ortskerns gestellt. «Mit den bisherigen Arbeiten haben wir jedoch gute Grundlagen geschaffen, auf denen die Arbeit weitergeführt werden kann.» Wer diese im Frühling fortsetzt, wird sich zeigen. Die FDP lässt sich noch nicht in die Karten blicken, Ortsparteipräsident Marco Weber verweist wie bereits beim bekanntgewordenen Verzicht von Marc ­Raggenbass auf die Nominierungs­versammlung von anfangs Oktober. Ob der Stab aber tatsächlich einer jüngeren Kraft übergeben wird, wie es die Absicht der 63-jährigen Katharina Kull-Benz ist? Wahrscheinlichstes Szenario dürfte sein, dass die FDP das Präsidium nicht mit einem Neuling besetzen will, sondern mit Finanzvorstand Urs Fellmann (67). Schulpräsidentin Corinne Hoss scheint sich in ihrem Amt wohzufühlen und so gibt es wenig Zweifel daran, dass sie für dieses nochmals antritt. Ebenfalls ins Rennen steigen könnte Sicherheits- und Umweltvorstand Sascha Ullmann. Der 45-jährige Grünliberale äusserte sich bereits im Sommer nicht abgeneigt gegenüber einer möglichen Kandidatur bei Rücktritt der Gemeindepräsidentin. (mmw)

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