Amtliches Publikationsorgan der Gemeinde Zollikon

Donnerstag, 18. September 2014

Wasser aus dem Schlauch, Most ab Presse

Auf seine Kosten kam, wer vergangenes Wochenende in Zollikon verbrachte. Der Tag der offenen Tür der Feuerwehr und das Moschtfäscht lockten die Leute in Scharen an.

 

Der Samstag gehörte der Feuerwehr, die zusammen mit ihren Partnerorganisationen die zahlreich erscheinenen Besucher nicht nur mit Explositionen und einer Aussicht von 30 Metern Höhre ins Staunen versetzte.

Ein Team von sieben Feuerwehrleuten hat den Tag vorbereitet. Akribisch und bis fast ins letzte Detail wurde ein Postenlauf zusammengestellt, so dass – wer alle Posten besucht hatte – auch ein kleines Andenken in Form eines Schlüsselanhängers mit nach Hause nehmen durfte. Der Andrang war überwältigend.

Rund ums Feuerwehrhandwerk gab es vieles zu entdecken: Unter Anleitung eines erfahrenen Feuerwehrmannes konnten mit Schere und Spreizer Türen, Fenster oder Dach eines Autos entfernt werden. Auch wie selber mit Hilfe einer Löschdecke eine brennende Pfanne unter Kontrolle gebracht wird oder was passiert, wenn eine brennende Ölpfanne mit Wasser gelöscht wird, erfuhren die Besucher hautnah und lernten, ein Feuer mit dem Schnellangriff zu löschen.

Die Schwindelfreien wagten sich mit der Autodrehleiter auf 30 Meter Höhe. Wer jedoch die Aussicht über Zollikon geniessen wollte, brauchte Geduld. Die Warteschlange fühlte sich ebenso lang an wie die Aussicht hoch war. Die kleineren Besucher konnten ihre Geschicklichkeit beim Chinderplausch unter Beweis stellen. Während sie mit Gummistiefel-Werfen oder Spritzen mit dem Hohlstrahlrohr das Zielen übten, erfuhren die grösseren Besucher bei der Depotführung, wie die Feuerwehr vorgeht, wenn ein Feueralarm eintrifft.

Nicht nur das Feuerwehrauto brachte manch ein (Kinder)Auge zum Glänzen, auch die Partnerorganisationen der Feuerwehr, die Polizei und die Sanität, stellten ihre Fahrzeuge vor. Wer nach all diesen aufregenden Posten einen kleinen Hunger oder Durst verspürte, liess sich in der Festwirtschaft kulinarisch verwöhnen. (zb)

 

 

 

Freitag, 19. September 2014

Saft, Sonne und gute Laune

Die Tage werden kürzer und doch schien die Sonne noch herrlich warm. Das goldene Licht bildete die passende Kulisse für das traditionelle Moschtfäscht.

 

Nach einem eindrücklichen ökumenischen Gottesdienst mit Pfr. Thomas Koelliker und Pastoralassistentin Esther Menge und unter Begleitung der Blaskapelle Goldküste begaben sich die Zollikerinnen und Zolliker ins Freie vor das Kirchgemeindehaus der katholischen Kirche St. Michael im Wilhof. Der gemeinsame Buure-Zmittag und die rechtzeitig strahlende Sonne luden zum gemütlichen Beisammensein ein. Auch wenn es nicht für alle zum Essen reicht, viele Besucher lassen es sich nicht nehmen, die eine oder gar mehrere Flaschen des goldenen Apfelsaftes direkt ab Presse abzuholen. Das fröhliche Treffen, Kommen und Gehen zu den „lüpfigen“ Klängen der Blaskapelle Goldküste und anschliessend des Handörgeli-Duos Fredi und Abi erfreute Alt und Jung. Leckere Grillwaren, Raclette und selbst gebackene Kuchen zum Kaffee trugen das ihre zur Festtagsstimmung bei.

Das Mosten hat in Zollikon seit Jahrzehnten Tradition. Es setzt Technik voraus. Um im richtigen Moment die nötige Kraft einzusetzen, braucht es die Profis: Der Mostfritz und seine Gehilfen dürfen nicht fehlen, Dölf Haldi, Röbi Schöpflin und Leo Baumgartner, alle drei sind seit Jahren mit dabei. Die Gemeinderäte Katharina Kull-Benz, Marc Raggenbass und Corinne Hoss und viele Kommissionsmitglieder standen hinter den Theken oder am Grill. Sie unterstützten die vielen Freiwilligen – darunter auch Kinder – und halfen überall mit, wo es Hand anzulegen galt. Unter den Teilnehmern wurde auch dieses Jahr wiederum ein Goldvreneli verlost. Der glückliche Gewinner war der pensionierte Dorfpolizist Hermann Briel. (cef)

 

 

 

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Freitag, 19. September 2014

Vom Brückenbauer zum Schauspieler

Der langjährige Gemeindeingenieur Iwan Kern ist erst spät zum Theater gekommen. Als Zahlenmensch hatte er sich lange das Auswendiglernen langer Textpassagen nicht zugetraut.  Zum Glück haben ihn die Theaterregisseure Karin Benz und Jürg C. Maier an die Hand genommen und auf die Bühne geführt. Heute Abend feiert er seine vierzehnte Premiere.

 

Seine Theaterkarriere begann Iwan Kern, 77, erst nach seiner Frühpensionierung infolge einer Umstrukturierung in der Gemeindeverwaltung. Karin Benz, Präsidentin der Theatergruppe Zollikon, ergriff den Moment, packte Iwan Kern, liess sich durch sein Zögern nicht beeindrucken und schleppte ihn an ein Theaterweekend mit. Erstmals in seinem Leben machte Iwan Kern da unter Anleitung Theater-Aufwärmübungen. «Als ehemaliger Bauingenieur sah ich mich weniger als Schauspieler», erzählt Iwan Kern, «doch hinter der Bühne zu wirken, konnte ich mir noch vorstellen.»

Doch er hatte die Rechnung ohne seine Regisseure gemacht. Es verging keine Woche, da bestellte ihn Regisseur Jürg C. Maier zu sich und sagte ihm: «Erschrick nicht, ich habe dir eine Hauptrolle gegeben. Und sag nicht nein – ich weiss, dass du das kannst!“» So richtig wohl war Iwan Kern erst nicht. «Mein Leben lang ist mir das Auswendiglernen sehr schwer gefallen», erzählt er, «meine Angst vor einer Textpanne war gross.» So gross, dass sie dann auch prompt in einer Aufführung eintrat. «Ich schämte mich fürchterlich. Ich war mir sicher, ich würde niemals mehr auf eine Bühne treten.» Nichts desto trotz ist er seither festes Mitglied des Schauspielerensembles. Seine Panne hatte nämlich auch ihr Gutes gehabt: Sie hatte Iwan Kern gezeigt, dass das Ensemble in Notfällen zuverlässig einspringt und die Panne überspielt. Ein Grossteil des Publikums hatte seine Schwäche gar nicht mitbekommen.

Auch dieses Jahr spielt er mit. Zu Ehren des 450. Geburtstages von Shakespeare wird „Ein Sommernachtstraum“ aufgeführt. Iwan Kern spielt den Egeus.

 

Dem Mutigen lächelt das Glück

Privat fand er jung bereits sein Glück. «Ich wollte unbedingt an den Uni-Ball. Doch ich war sehr schüchtern»,  erzählt er, «gerne hätte ich die kleinere der beiden Arztgehilfinnen meines Hausarztes um Begleitung gebeten, sie gefiel mir. Doch wie vorgehen? Ich wusste nicht einmal ihren Namen.» Schliesslich nahm er allen Mut zusammen, verfasste ein Briefchen an die «kleinere Arztgehilfin», lud sie ein und bat sie, ihre Antwort per Feldpost ins Militär zu schicken. Die kleinere Arztgehilfin war Rita. Sie hat den Brief noch heute. Sie kam nicht nur mit an den Universitätsball, sondern begleitet ihn seither durchs ganze Leben.

Als junger Familienvater wechselte Iwan von der Privatwirtschaft ins Tiefbauamt der Stadt Zürich und spezialisierte sich auf die Verkehrsplanung und -projektierung.  «Das war beruflich  meine schönste Zeit», sagt er, «als Verantwortlicher für die südliche Stadthälfte ging es zum Beispiel darum, die Verkehrsplanung rund ums Bellevue, Stadelhofen, den Kreuzplatz und den Pfauen zu entwickeln und die entsprechenden Projekte auszuarbeiten.»

Die Zeit war visionär: Unter Iwan Kerns Leitung wurden unter anderem der verkehrsfreie Stadelhofen-Platz und die ungehinderte Zufahrt von Tram und Forchbahn zwischen Kreuzplatz und Bellevue realisiert. Andere Pläne hingegen fielen aus Kostengründen ins Wasser, so zum Beispiel die Idee, die Seestrasse ab Utoquai unterirdisch und dann in einem runden Bogen ums Bellevue wieder oberirdisch über die Quaibrücke zu führen, was ein (fast) ampelfreies Bellevue ermöglicht hätte.

 

Im Wandel der Zeit

Dann änderten sich die Zeiten. Eben noch schien alles möglich, der Horizont war weit – plötzlich aber war das vorbei. Die Wirtschaftslage verschlechterte sich, die Blickwinkel wurden wieder enger. Man suchte nicht mehr die besten Lösungen, sondern die günstigsten – und dies kommt leider nur in Glücksfällen auf dasselbe heraus. Auch Iwan Kern achtete aufs Geld. Gerne hätte er eine neue berufliche Herausforderung, angenommen, doch ein Wechsel in die Privatwirtschaft erschien ihm zu gewagt. Da stach ihm das Inserat der Gemeinde Zollikon ins Auge, die einen Gemeindeingenieur suchte. «Die Vorstellungsgespräche waren verheissungsvoll, das Angebot auch finanziell attraktiv», sagt Iwan Kern, «doch der Alltag war dann doch anders, als ich es mir vorgestellt hatte.»

War er es sich aus der Stadt gewohnt gewesen, selbständig zu arbeiten und Verantwortung zu tragen, hatte solches auf Gemeindeebene wenig Platz. Die Kompetenzverteilung funktionierte auf dem Land anders. So war dieser Stellenwechsel für Iwan Kern nicht ganz so ideal, wie er es gehofft hatte. Doch der Austausch in den Arbeitsgruppen aus der Bevölkerung, die mithalfen, im Rahmen der damaligen Ortsplanung die neuen Richtpläne zu erarbeiten, machten ihm viel Freude. Er blieb. Es war Krisenzeit. Er war froh, einen angemessenen Zahltag zu haben, einen kurzen Arbeitsweg und eine starke Verwurzelung in Zollikon, wo er bereits 1949 die 6. Primarklasse im Dorf besuchte hatte und seither ununterbrochen wohnen geblieben war. Dass er dann doch in Frühpension ging, zeigt, dass die Freude nicht bis zum Schluss anhielt. Doch das ist nun 17 Jahre her.

Das Leben ging weiter, und dies nicht schlecht: Zollikon ist und bleibt seine Heimat, hier ist er gerne. Hier singt er in diversen Chören, hier hilft er innerhalb der katholischen Kirche in diversen Rollen, hier fährt er für „Senioren für Senioren“ auf Anfrage Fahrdienste. Er wirkt als Senioren-Hilfskraft für „Generationen im Klassenzimmer“ in vier Mathematik-Stunden bei zwei Sekundarschul-Klassen mit, spielt Tennis und liebt leichtere Wanderungen.

Von Zollikon aus bereiste er insgesamt 65 Länder und kehrt immer wieder gerne hierhin zurück. Und hier spielt er auch Theater.

Das ist für ihn noch immer das Erstaunlichste, dass er, der Zahlenmensch, dem sein Griechischlehrer einst unvergesslich «Ja, ja, der Kern wälzt sich im Unverstandenen wie eine Sau im Dreck», an den Kopf warf, nun bereits zum vierzehnten Mal auf der Bühne steht. Und, wenn auch in einer ihm angepassten kleineren Rolle, so doch als stolzer Grieche. (db)

 

Gespielt wird der Sommernachtstraum am Fr. 19.,Sa. 20., Mi. 24., Do. 25., Fr. 26. und Sa. 27. September, jeweils um 20 Uhr im Gemeindesaal Zollikon.Tickets sind erhältlich über das Theater-Telefon 079 858 79 90, in der Apotheke Zollikon an der Bergstrasse 22 oder an der Abendkasse, die jeweils ab 18.30 geöffnet ist. Das Theater Bistro ist jeweils ab18 Uhr offen.

 

 

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Donnerstag, 18. September 2014

Wasser aus dem Schlauch, Most ab Presse

Auf seine Kosten kam, wer vergangenes Wochenende in Zollikon verbrachte. Der Tag der offenen Tür der Feuerwehr und das Moschtfäscht lockten die Leute in Scharen an.

 

Der Samstag gehörte der Feuerwehr, die zusammen mit ihren Partnerorganisationen die zahlreich erscheinenen Besucher nicht nur mit Explositionen und einer Aussicht von 30 Metern Höhre ins Staunen versetzte.

Ein Team von sieben Feuerwehrleuten hat den Tag vorbereitet. Akribisch und bis fast ins letzte Detail wurde ein Postenlauf zusammengestellt, so dass – wer alle Posten besucht hatte – auch ein kleines Andenken in Form eines Schlüsselanhängers mit nach Hause nehmen durfte. Der Andrang war überwältigend.

Rund ums Feuerwehrhandwerk gab es vieles zu entdecken: Unter Anleitung eines erfahrenen Feuerwehrmannes konnten mit Schere und Spreizer Türen, Fenster oder Dach eines Autos entfernt werden. Auch wie selber mit Hilfe einer Löschdecke eine brennende Pfanne unter Kontrolle gebracht wird oder was passiert, wenn eine brennende Ölpfanne mit Wasser gelöscht wird, erfuhren die Besucher hautnah und lernten, ein Feuer mit dem Schnellangriff zu löschen.

Die Schwindelfreien wagten sich mit der Autodrehleiter auf 30 Meter Höhe. Wer jedoch die Aussicht über Zollikon geniessen wollte, brauchte Geduld. Die Warteschlange fühlte sich ebenso lang an wie die Aussicht hoch war. Die kleineren Besucher konnten ihre Geschicklichkeit beim Chinderplausch unter Beweis stellen. Während sie mit Gummistiefel-Werfen oder Spritzen mit dem Hohlstrahlrohr das Zielen übten, erfuhren die grösseren Besucher bei der Depotführung, wie die Feuerwehr vorgeht, wenn ein Feueralarm eintrifft.

Nicht nur das Feuerwehrauto brachte manch ein (Kinder)Auge zum Glänzen, auch die Partnerorganisationen der Feuerwehr, die Polizei und die Sanität, stellten ihre Fahrzeuge vor. Wer nach all diesen aufregenden Posten einen kleinen Hunger oder Durst verspürte, liess sich in der Festwirtschaft kulinarisch verwöhnen. (zb)

 

 

 

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