Amtliches Publikationsorgan der Gemeinde Zollikon

Mittwoch, 1. April 2015

Osterfreuden für Gross und Klein

Das stürmische und nasskalte Wetter vermag die Vorfreude auf die anstehenden Ostertage zwar etwas zu trüben, zum Strahlen bringt einem dagegen der liebevoll dekorierte Ostergarten von Gabi Greuter-Trüb im Zollikerberg.

Mit bunten Ostereiern, niedlichen Hasen-Figuren und allerlei Plüschtieren verwandelt sie ihren Garten im Wilhof 38 nahe der katholischen Kirche zu einem österlichen Kleinod. Wo auch immer sie unterwegs ist, ob mit dem Wohnmobil im Ausland oder auf einem Bummel durch die Stadt, halte sie Ausschau nach Dekorationsmaterial für ihren Garten und schmückt diesen der Jahreszeit entsprechend. «Ich freue mich, wenn ich anderen mit meinen Kreationen eine Freude machen kann», sagt die Zollikerberglerin und erzählt von den Nachbarskindern, die ihr immer beim Wiederaufstellen helfen würden, sollte das Wetter – was aktuell der Fall sein dürfte – den Garten durcheinanderbringen. Abhandengekommen ist Gabi Greuter-Trüb in den letzten sechs Jahren nur einmal etwas, ansonsten habe sie stets positive Erfahrungen gemacht. «Geteilte Freude ist doch die schönste», ist sie überzeugt und wünscht mit ihrem Garten allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern. (mmw)

 

Freitag, 27. März 2015

Crashlandung auf einer Insel voller PET-Flaschen

Wie bringt man Kindern die Themen Nachhaltigkeit und Wiederverwertung näher? Das Theaterstück «Petopia – Crashlandung auf der Müllinsel» versucht es spielerisch. Es erzählt die Geschichte zweier ungleicher Menschen, die auf einer einsamen Insel, die aus Müll besteht, Freundschaft schliessen. Organisiert wurde der Theaternachmittag vom Kinder- und Jugendkulturprogramm Zollikon.

«Petopia, Tag 2146. Liebes Inseltagebuch. Heute Morgen 17 Kniebeugen gemacht. Angeschwemmte PET-Flaschen sortiert, nach Form, Farbe, und vor allem Grösse. Radioempfang schwierig. Keine besonderen Vorkommnisse.» Camus, einziger Inselbewohner, beendet seinen Tagebucheintrag und macht sich daran, sein Abendessen aus Fisch und Algen zu kochen. Heute gibt es Algenpudding zum Dessert. Plötzlich horcht er auf. Von weitem hört er ein Brausen, Dröhnen und Krachen. Es kommt immer näher, wird immer lauter. Eine junge Frau stürmt auf die Bühne. Ihr Flugzeug sei im Meer abgestürzt, erzählt die Basketballspielerin Mika entsetzt, aber unversehrt. In tausend Teile sei es zerschlagen. Dann guckt sie sich verwundert um: Wo ist sie denn bloss gelandet? Auf Petopia, einer einsamen Insel mitten im Ozean, bestehend nur aus Abfall, aus dem Müll der Zivilisation. So schnell wie möglich will Mika hier wieder weg, denn die Basketballweltmeisterschaft steht an und ihre Teamkameradinnen warten auf sie. Doch kein Zug, kein Flugzeug, kein Schiff kommt hier, im «Do-It-Yourself-Heimatland» von Camus, vorbei. Also versucht sie sich mit dem Einzelgänger Camus anzufreunden und ihn zu überzeugen, mit ihr ein Floss aus PET-Flaschen zu bauen. Einfacher gesagt als getan. Camus hat sich bewusst aus der Gesellschaft zurückgezogen und auf der Insel Zuflucht gefunden. Das Plappermaul Mika stört ihn in seiner Ruhe und seinem geregelten Tagesablauf. Doch bald merkt er, dass es im Team doch auch lustig sein kann und Mika eigentlich ganz nett ist.

 

Vielfältiges Programm

Aufgeführt wird das Stück von Mandarina & Co., einer 2009 in Zürich gegründeten Theatergruppe, die in ihren Projekten gerne Dinge hinterfragt, komplexe Themen entwirrt und Zusammenhänge einfach und verständlich darlegt. Diana Rojas spielt dabei die aufgeweckte, junge, sportliche Mika; der Schauspieler Krishan Krone übernimmt die Rolle des griesgrämigen, aber gutherzigen Camus. Das Stück, das an diesem Nachmittag gleich zweimal hintereinander aufgeführt wird, nimmt auf spielerische Art die Themen Mensch und Natur, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Wiederverwertung auf.

Dass eine Veranstaltung des Kinder- und Jugendkulturprogramms Zollikon pädagogischen Hintergrund hat, ist jedoch nicht zwingend Voraussetzung, meint Iris Bürgisser, eine der Organisatorinnen. «Unser Hauptziel ist es, die Kinder zu begeistern.» Dazu organisiert das an den Kulturkreis angegliederte Kinder- und Jugendkulturprogramm pro Jahr acht bis zehn Veranstaltungen. Unterstützt wird es dabei auch vom Familienclub und der Schule Zollikon. Von Kino, Lesungen und Theaterstücken über Führungen versuchen die Organisatoren, ein möglichst ausgeglichenes Programm zusammenzustellen, sowohl für Kinder als auch für Jugendliche.

Beim Stück am Mittwochnachmittag schauen 45 Kinder und 15 Erwachsene gebannt dem Geschehen auf der Bühne der Aula Buechholz zu. PET-Flaschen, Erfindergeist, eine ungewöhnliche Freundschaft und ein Ohrwurm als Theaterlied prägen das Stück; nach dem Ende rennen die Kinder hinaus und trällern vereinzelt munter das Lied «Pe - Pe - Petopia» vor sich hin. (sb)

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Freitag, 27. März 2015

Wie Manhattans Königin der Nacht Zollikerin wurde

Dianne Brill ist eine Ikone der Pop-Kultur. In den 80er-Jahren gab das New York Magazine ihr den Übernamen ‚Königin der Nacht’. Was sie nach Zollikon gebracht hat und wie sie die Mode im Zeitalter ‚Size Zero’ einschätzt.

Dianne Brill war Stilikone der Popkultur, Muse, Model und Schriftstellerin. Jetzt vertreibt sie ihre eigene Kosmetiklinie. Sie ist eine schillernde Persönlichkeit mit einer noch schillernderen Vergangenheit.

Als Dianne Brill in den 80ern und 90ern in New York ausging, lernte sie eine Reihe interessanter Menschen aus der Kunstszene kennen. Im berühmten Studio 54 oder dem Palladium-Klub in New York feierte das damalige It-Girl mit Stars wie Mick Jagger, Andy Warhol oder Madonna. «Alle, die Teil der kreativen Bewegung sein wollten, pilgerten damals nach New York – es war eine fantastische Zeit, aus der so viel tolle Kunst und Mode hervorging.» Ihre Freunde aus der Szene der bildenden Kunst waren keine Geringeren als die Pioniere der Pop-Kultur: Andy Warhol, Keith Haring und Jean-Michel Basquiat. Andy Warhol damals über Dianne Brill: «Wenn Dianne auf der Party ist, kann man sich sicher sein, am richtigen Ort gelandet zu sein.»

Später wurde sie die Muse des Modedesigners Thierry Mugler und lief als Model für Marc Jacobs, Jean Paul Gaultier oder Vivienne Westwood. «Wenn ein Designer wollte, dass ich für ihn auf einer Show laufe, musste er das erst mit Thierry vereinbaren. Wenn dieser Nein sagte, konnte ich das Engagement nicht annehmen – das waren die ungeschriebenen Gesetze der Modewelt», sagt Brill mit ihrer warmen Stimme.

Die führende britische Schaufensterpuppen-Herstellerin Adel Rootstein hat von vielen Berühmtheiten Puppen designt. Sie widmete Dianne Brill in den 90ern eine Puppe namens ‚Shape of the Decade’. Das Abbild Diannes stand für den Glamour und das Bodyimage des ausgehenden Jahrtausends. Diese Schaufensterpuppe steht heute in allen Läden weltweit einer britischen Designer-Dessous-Marke.

 

Eine New Yorkerin in Zollikon

Seit bald sechs Jahren ist Dianne Brill mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern in Zollikon ansässig. Der dörfliche Charme gefalle ihr besonders. «Zollikon ist ein fantastischer Ort. Obwohl es so nahe zur Stadt liegt, fühlt man sich hier wie in einer anderen Welt, mit so viel Schönheit und Natur in nächster Nähe», schwärmt die Amerikanerin. Es ist ihr wichtig, die Dinge zu schätzen, für das, was sie sind. «Hier hat man den wunderschönen See und man kann die Ruhe geniessen. In New York dagegen das urbane Grossstadt-Feeling. Verzichten müssen möchte ich auf Dauer auf keines der beiden.»

Zollikon sei der erste Ort, wo sie sich seit New York zu Hause fühle. Bevor Dianne Brill mit ihrer Familie in die Schweiz zog, lebte sie für kurze Zeit in München. Dort habe sie sich aber nie richtig einleben können, darum fiel auch der Entschluss leicht, nach Zürich umzusiedeln. «Zürich hat mir von Anhieb weg gefallen und ich habe mir gesagt, dass ich hier ein Zuhause für mich und meine Familie schaffen möchte.» Mittlerweile hat Dianne Brill viele Freunde in Zollikon und sie schätzt die gute Beziehung zu ihren Nachbarn: „«Ich geniesse es sehr Teil einer Gemeinschaft zu sein..»

Es liege ihr am Herzen, dass Menschen zu ihrem wahren Selbst finden und die Courage aufbringen, sich selbst zu sein. Sei es, indem sie ein ausgefallenes Outfit tragen, weil sie gerade Lust dazu haben, oder aber im Umgang mit Menschen. «Authentisch zu sein ist das A und O im Leben, das hat mir viele Türen geöffnet“», sagt Dianne Brill.

Ihr Buch «Boobs, Boys & High Heels or How to Get Dressed in Just under Six Hours» hat sich in den 90ern weit verbreitet im englischsprachigen Raum und sogar bis nach Polen verkauft. Noch heute hat es viele Fans und Dianne Brill möchte gerne eine Fortsetzung davon schreiben. «Mein Buch pflegt einen ähnlichen Humor wie der Ben Stiller-Film ‚Zoolander’. Es verbindet Mode und Humor auf smarte und zeitgemässe Weise.»

 

«Kurven werden früher oder später wieder im Trend sein»

Der Size Zero-Modetrend werde früher oder später ein Ende nehmen, meint Dianne Brill, als ich sie auf neue Trends in der Modewelt anspreche. «Wie alles in der Mode ist das eine Phase», erklärt sie. Es gebe in New York bereits einige Plus Size-Models, die sehr gefragt seien: «Wir fangen langsam an zu realisieren, was der Schönheitswahn mit unserer Gesellschaft angerichtet hat und versuchen, den Trend schrittweise in eine andere Richtung zu drehen.»

Von einer weiteren Vereinheitlichung von Mode müsse man abrücken, fährt sie fort. Doch sei dies nicht einfach, denn auf der ganzen Welt habe man dieselben Grossverteiler, welche auch meist ähnliche Mode anbieten. «Die global arbeitenden Modehäuser verfolgen alle die gleichen Trends. Auf der Strasse, sei es in Zürich oder in New York, fällt einem auf, dass mehr und mehr Menschen sich ähnlich anziehen. Irgendwann enden wir alle noch in Uniformen», spasst Dianne Brill und lacht dabei von ganzem Herzen. (bl)

 

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Donnerstag, 26. März 2015

Nomen est Omen, der Singlust-Chor hält sein Versprechen

Freddie Mercury hätte es nicht besser gekonnt. Die Interpretation der fünf Songs von «Queen» durch die über 80 Sängerinnen und Sängern von «Singlust» mit Begleitorchester konnte mit den Originalen durchaus mithalten.

Michael Gohl stand vor den Chören wie einst das Quecksilber Freddie Mercury vor dem Publikum und begeisterte die Singschar fühlbar für die rockige Musik. Gleichzeitig dirigierte er die musikalische Begleitung bestehend aus Klavier, Schlagzeug, Bass- und Leadgitarre. Und diese Energie übertrug der Chor aufs Publikum, welches in der übervollen Kirche den wundersamen Klängen und dem Gesang des altersdurchmischten Chores lauschte und mitwippte.

Dabei war der Einstieg in das Konzert mit der Messe in G-Dur von Franz Schubert keine leichte Kost, die Sänger des Singlust-Chors waren gefordert, meisterten das Werk dennoch mit Bravour. Vom Orchester Collegium Cantorum spielten die Stimmführer Thomas Ineichen und Barbara Kubli die Violine. Anna Shulenkova, Viola, Mathis Keller, Violoncello und Borislav Simenov, Kontrabass trugen ebenfalls massgeblich zur Qualität des klassischen Teils des Konzertes bei. Inmitten des Orchesters spielte die Zolliker Organistin Helga Varadi auf der kleinen Orgel. Die Solistin Selina Weber Gehrig bereicherte die Darbietung mit ihrem klaren Sopran.

Der Kinderchor «Zolliker Ohrewürm» und der Jugendchor Cantalino zeigten diszipliniert und voller Elan von der Klezmer-Melodie bis hin zu schwedischen und englischen Volksliedern ihr aktuelles Repertoire. Dabei wurden sie sowohl von Selina Weber Gehrig wie von Michael Gohl feinfühlig und mit Engagement durch die Musikstücke geführt. Die Kinder und Jugendlichen beeindruckten mit ihrer Gesangsleistung und mit dem freien Singen ohne Notenblätter.

Das gemeinsame Finale aller Chöre war ein musikalisches Feuerwerk. Freddie Mercurys Songs «Love of my Life», «Don’t Stop Me Now», «Somebody To Love», «Bohemian Rhapsody» und zum Schluss «We Are The Champions» wurden allesamt von Michael Gohls Bruder Tesse, einem in den USA lebenden Musikarrangeur, Filmmusikkomponisten und Produzenten, für diese spezifische Zusammensetzung von Chor und Orchester arrangiert. Esther Bächlin, Klavier, Thomas Ilg, Schlagzeug, Yannick Urbanczik, Bass und Andri Jucken, Gitarre zeigten sich verantwortlich für die professionelle musikalische Begleitung ganz im Zeichen der legendären Rockgruppe «Queen».

Am Schluss des Konzertes trafen sich strahlende Sängerinnen, Sänger, Musiker und zufriedene Zuschauer zum gemeinsamen Apéro. Michael Gohl wurde vom Verein Singlust nochmals gebührend geehrt. Dazu meinte er: «Das hätte ich vor 10 Jahren auch nie geglaubt, dass ich einmal Franz Schubert kombiniert mit Freddie Mercury dirigieren würde.» Die intensiven Gesangsproben von drei Monaten haben sich auf jeden Fall gelohnt und die Chöre just auf die zwei Konzerttermine in Dorf und Berg zu Champions gemacht. (cef)

 

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